Volkswagen kündigt Sanierungspaket an

- Wolfsburg - Europas größter Autobauer Volkswagen will mit einem umfassenden Sanierungspaket seine Ertragskraft deutlich verbessern. Davon könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 20 000 Beschäftigte der Kernmarke VW betroffen sein, teilte das Unternehmen am Freitag in Wolfsburg mit. VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder sagte, um die langfristige Zukunftsfähigkeit des Konzerns zu sichern, müssten die bestehenden Probleme bei der Kernmarke VW "konsequent und schnell" beseitigt werden.

Das Ergebnis der Marke Volkswagen Pkw lag 2005 nur knapp über der "Null-Linie". Dies sei "völlig unbefriedigend".

Pischetsrieder kündigte Verhandlungen mit der Gewerkschaft IG Metall sowie dem Betriebsrat an, um die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und die Arbeitsplätze zu sichern. An der Börse schnellte die VW-Aktie um mehr als sechs Prozent nach oben. Volkswagen hat vergleichsweise hohe Kosten und Überkapazitäten.

Schwerpunkte des Restrukturierungsprogramms sind laut VW wettbewerbsfähigere Arbeitskosten, eine volle Auslastung der Werke auch durch eine Kapazitätsanpassung sowie eine Neuordnung der Komponentenfertigung. VW hat Komponentenwerke etwa in Kassel, Salzgitter und Braunschweig. Dort werden etwa Getriebe, Motoren und Achsen gefertigt.

Zudem sollten Produktivitätsdefizite insbesondere in den Fahrzeugmontagewerken aufgeholt werden, hieß es. Von dem Programm "könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 20 000 Mitarbeiter im direkten und indirekten Bereich der Marke Volkswagen Pkw" betroffen sein, also in Verwaltung und Produktion. Die Marke Volkswagen Pkw fertigt unter anderem Golf, Passat und Polo.

Pischetsrieder sagte, auf welchen Wegen die geplanten Produktivitäts- und Strukturverbesserungen erreicht und umgesetzt würden, sei Gegenstand von Verhandlungen und daher nicht festgelegt. Der VW-Vorstand stehe zum Haustarifvertrag vom November 2004 für die rund 100 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke. Dieser schließt betriebsbedingte Kündigungen aus.

Ziel ist laut Pischetsrieder die Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens und der Arbeitsplätze. Unter den "derzeitigen Rahmenbedingungen" sei dies aber nicht zu erreichen. Aus diesem Grund würden "zügige Verhandlungen" mit IG Metall und Betriebsrat angestrebt.

Der VW-Konzern insgesamt steigerte 2005 auf Grund des MilliardenSparprogramms "For Motion" sein Ergebnis vor Steuern im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent auf 1,72 Milliarden Euro. Ertragssäulen waren Audi und die Finanzdienstleistungen. Insgesamt wurden 5,24 Millionen Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert, 3,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

Als Überschuss verblieben im VW-Konzern 1,12 Milliarden Euro, im Vorjahr waren es noch 697 Millionen Euro gewesen. Das Sparprogramm "For Motion" habe mit 3,5 Milliarden Euro zur konzernweiten Ergebnisverbesserung beigetragen, hieß es.

Das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg im vergangenen Jahr um 54 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro. VW kündigte an, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen werde sich 2006 auf Grund weiterer Kostensenkungen verbessern. Der Konzern-Umsatz erhöhte sich 2005 um 7 Prozent auf 95,3 Milliarden Euro. Die Dividende soll "leicht angehoben" auf 1,15 (Vorjahr 1,05) Euro je Stammaktie und 1,21 (1,11) Euro je Vorzugsaktie.

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