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Volkswagen will MAN übernehmen.

Volkswagen macht Übernahmeangebot für MAN

Wolfsburg/Hamburg - Der Automobilhersteller Volkswagen will MAN übernehmen. Dafür hat VW seine Anteile am Maschinenbaukonzern auf über 30 Prozent aufgestockt und könnte bald noch mehr übernehmen. 

Auf dem Weg zu einer möglichen Lkw-Allianz zwischen MAN und Scania könnte Volkswagen schon bald weitere Anteile des Münchner Lastwagenbauers übernehmen. „Aus heutiger Sicht glauben wir, dass eine Spanne zwischen 35 und 40 Prozent der Stimmrechte dieses Ziel erfüllen würde“, sagte VW-Finanzchef Hans Dieter Pötsch am Montag vor Analysten in Wolfsburg.

Nachdem VW jahrelang keine Fortschritte bei der Fusion seiner Lkw-Beteiligungen Scania und MAN erreicht hat, schlägt der Autobauer nun eine schärfere Gangart an: Volkswagen stockte am Montag völlig überraschend seinen MAN-Anteil auf über 30 Prozent auf und kündigte ein Übernahmeangebot an alle MAN-Aktionäre an. MAN gab zunächst keinen Kommentar zu dem Angebot ab.

VW teilte mit, der Autokonzern habe seinen Anteil an den MAN-Stammaktien von 29,9 Prozent auf 30,47 Prozent erhöht. Mit Überschreiten der 30-Prozent-Schwelle muss VW nach Aktienrecht den übrigen Aktionären ein Pflichtangebot für ihre Aktien machen. Der Angebotspreis je Stammaktie der MAN SE wird laut VW voraussichtlich 95 Euro betragen, je Vorzugsaktie dürfte der Preis in einer Größenordnung von rund 60 Euro liegen. Das ist in beiden Fällen weniger als der Aktienkurs vom Montag.

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VW will seit Monaten seine Lkw-Beteiligungen MAN und Scania enger zusammenführen, kommt aber bisher nicht wie erwünscht voran. „Das Nutzfahrzeuggeschäft ist für uns ein hochinteressantes, strategisches Geschäftsfeld. Wir wollen deshalb jetzt den Weg für eine engere Zusammenarbeit zwischen MAN, Scania und Volkswagen ebnen und damit die Voraussetzungen schaffen, um zum Wohle aller Aktionäre Synergien zu heben“, erklärte VW-Vorstandschef Martin Winterkorn.

VW gibt eine Art Beschäftigungs- und Stanortgarantie

VW gab zusammen mit der Mitteilung eine Art Beschäftigung- und Standortgarantie ab: „Selbstverständlich respektieren wir die Mitbestimmungs- und Arbeitnehmerrechte in vollem Umfang und stehen zu Standorten und Beschäftigten“, erklärte Winterkorn. Vor allem bei MAN hatte es Sorgen gegeben, dass der enorm profitable und erfolgreiche Hersteller Scania bei einer Fusion die Führung übernehmen würde und MAN darunter leiden müsste. Winterkorn hatte aber schon vor einer Woche bei der VW-Hauptversammlung eine Existenzgarantie für die Marke MAN mit allen Firmenteilen abgegeben.

Die Eigentumsverhältnisse zwischen VW, MAN und Scania sind verwirrend: MAN hält 17 Prozent an Scania, VW hält 30,47 Prozent an MAN und 71 Prozent der Stimmrechte an Scania. Im Endeffekt bestimmen aber die Wolfsburger jetzt. Einer Fusion steht auch die Schmiergeldaffäre bei der ehemaligen MAN-Tochter Ferrostaal im Wege. Der IPIC-Fonds in Abu Dhabi hatte 70 Prozent an Ferrostaal gekauft, klagt aber auf Rückabwicklung.

MAN-Aktien steigen an

Die MAN-Aktien sind nach einem Übernahmeangebot von VW zeitweise auf den höchsten Stand seit Juni 2008 gesprungen. Am Montag gegen 13.30 Uhr betrug das Plus bei 99,24 Euro immer noch 2,82 Prozent. In der Spitze waren sie bis auf 99,60 Euro geklettert. Der Dax verlor zeitgleich 0,99 Prozent auf 7417,82 Punkte. Ein Börsianer sagte, er sehe noch mehr Potenzial für die Aktie.

dapd/dpa

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