Volkswagen: Offenbar 10 000 Stellen bedroht

- Wolfsburg - Beim Autobauer Volkswagen stehen einem "Spiegel"-Bericht zufolge 10 000 der 103 000 Stellen in Deutschland auf dem Spiel. Danach möchte VW-Chef Bernd Pischetsrieder den Stellenabbau ohne Entlassungen erreichen. Mitarbeiter sollten mit Abfindungen und Altersteilzeitmodellen zum Ausscheiden bewegt werden. Im einstigen Vorzeigekonzern für kreative Arbeitszeitmodelle wie die Vier-Tage-Woche hatte schon vergangene Woche Markenvorstand Wolfgang Bernhard mit einem Ultimatum an die Belegschaft für Wirbel gesorgt.

Bernhard forderte, dass beim geplanten Golf-Geländewagen die Arbeitnehmer niedrigere Löhne akzeptieren sollten - andernfalls gehe das Projekt ins billige Portugal. Die Gewerkschaft warf ihm daraufhin Wildwest-Methoden vor. Der Konzern will mit dem geplanten Geländewagen "Marrakesch" in einem neuen Segment angreifen, vor allem in den USA. Wegen des schwachen Dollars muss der Wagen aber billig produziert werden, sonst rechnet sich der Verkauf dort nicht.

Volkswagen wollte das vom "Spiegel" genannte Ausmaß des Stellenabbaus nicht bestätigen. VW-Sprecher Dirk Große-Leege sagte aber, es sei seit längerem bekannt, dass das Unternehmen seinen Personalstand reduzieren wolle. An Zahlenspekulationen wolle er sich aber nicht beteiligen, sagte Große-Leege.

Nach einem Bericht des Magazins "Focus" soll die Auslastung der Produktionskapazitäten des Konzerns bei lediglich 55 bis 60 Prozent liegen. Auch in dem Fall, dass der Geländewagen "Marrakesch" in Wolfsburg gebaut würde, seien tausende Stellen überflüssig. "Focus" wies darauf hin, dass mehrere tausend VW-Arbeitnehmer am Stammsitz der Firma gar keine Autos produzierten, sondern Fehler nachbesserten, die auf Grund mangelnder Qualität der Wolfsburger Produktion entstünden.

Offen war am Wochenende weiterhin, wo der "Marrakesch" gebaut werden soll. Für heute ist in Wolfsburg eine Betriebsversammlung geplant.

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