+
Trotz Krise: Bei VW steigt der Umsatz.

Volkswagen: Rekordabsatz in der schwersten Krise

Wolfsburg - Es klingt wie ein Märchen auf vier Rädern: Der Volkswagenkonzern steuert mitten in der schwersten Krise der Autoindustrie auf ein Rekordjahr zu.

Konzernvertriebschef Detlef Wittig kündigte am Freitag ein leichtes Auslieferungsplus für das Gesamtjahr an. Im bisher besten Jahr 2008 hatte der Konzern 6,27 Millionen Autos abgesetzt.

Absatz stieg im Herbst um über 19 Prozent

Den Optimismus speist ein kräftiges Plus im November: Der weltweite Absatz stieg in dem Herbstmonat um über 19 Prozent. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres lieferte Europas größter Automobilhersteller schon 5,85 Millionen Fahrzeuge an Kunden aus, 2 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum. “Wir haben im bisherigen Jahresverlauf unsere Erwartungen übertreffen können“, erklärte Wittig. Die Bänder werden vor allem in Deutschland auch im Dezember voll ausgelastet sein, weil VW noch einen Berg von Bestellungen als Folge der Abwrackprämie abzuarbeiten hat. Vor allem die starke Entwicklung in Deutschland und auf den Wachstumsmärkten China und Brasilien schob die Geschäfte an, wie der Konzern mitteilte. Im November verzeichnete VW auf seinem größten Markt China ein Auslieferungsplus von 73 Prozent auf 133.700 Fahrzeuge. Für die gesamte Region Asien/Pazifik belief sich das Plus auf 68,9 Prozent mit 146.500 Fahrzeugen. Auf dem deutschen Markt zogen die Auslieferungszahlen um 18,6 Prozent auf 102.000 an.

2010 wird schwierig

Vor allem die Volumenmarken spürten den Schub der staatlichen Förderprogramme. Die Hauptmarke VW legte um fast 26 Prozent zu, Skoda um ebenfalls 26 Prozent. Bei VW liefen besonders die Modelle Golf und Polo sehr gut. Die Edel-Marke Audi wuchs immerhin um rund 9 Prozent, die spanische Tochter Seat um 8 Prozent. Schwächere Geschäfte meldete VW aus Osteuropa mit minus 21 Prozent. Wittig blickt allerdings skeptisch ins kommende Jahr. “Das nächste Jahr wird äußerst schwierig“, sagte er. Eine durchgreifende Besserung auf den internationalen Automobilmärkten sehe er nicht. In China werde der Aufwärtstrend zwar anhalten. Vor allem in Europa stehe aber ein deutlicher Rückgang bevor. “Entwarnung kann daher nicht gegeben werden“, sagte Wittig.

VW eilt von Erfolg zu Erfolg

Der Volkswagenkonzern eilt derzeit von Erfolg zu Erfolg: Vergangenen Woche ermächtigten die Aktionäre den Vorstand zur Ausgabe neuer Aktien für einen Kapitalerhöhung. So können in den nächsten Jahren 8 Milliarden Euro oder mehr für die Ausweitung des Konzerns eingesammelt werden. Am Montag übernahm VW für 3,9 Milliarden Euro 49,9 Prozent am Sportwagengeschäft von Porsche. Am Donnerstag kündigten die Wolfsburger den Einstieg beim japanischen Kleinwagenhersteller Suzuki mit 19,9 Prozent für 1,7 Milliarden Euro an. Damit greift VW den großen Konkurrenten Toyota direkt auf dessen Heimatmarkt an. VW-Chef Martin Winterkorn hat seinem Unternehmen das Ziel gesetzt, bis 2018 Toyota überholt zu haben und der größte Autobauer der Welt zu werden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
Agrarminister Schmidt nutzt die Bühne der Grünen Woche, um sein Tierwohl-Label vorzustellen. Es soll den Tieren, aber auch Bauern und Fleischkonsumenten helfen. Doch …
Minister: Neues Tierwohl-Siegel nicht zum Nulltarif zu haben
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Berlin - Erst kostenloses Internet, bald auch Spielfilme. Die Bahn löst Versprechen für mehr Komfort beim Reisen ein - bisher aber vor allem im ICE. Jetzt muss der …
WLAN im Zug gefordert - Bahn verspricht stabilere Telefonate 
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Düsseldorf - Schlecker will seine Markenrechte verkaufen. Das Insolvenzverfahren der Drogeriekette läuft noch. Die Verhandlungen dürften noch ein paar Jahre in Anspruch …
Markenrechte von Schlecker sollen verkauft werden
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos
In Davos wirbt Premierministerin May für Großbritannien als Wirtschaftsstandort mit guten Handelsbeziehungen in alle Welt. Doch für ihren Brexit-Kurs gibt es auch …
Gegenwind für Mays Brexit-Kurs in Davos

Kommentare