Nach dem Abgas-Skandal

Das sind die wichtigsten Veränderungen bei VW

Wolfsburg - VW will künftig weniger Zentralismus wagen. Die Marken und Regionen sollen eigenständiger entscheiden können, was sie tun. Wolfsburg verteilt die Verantwortung - mit dem Abgas-Skandal hat das nicht unmittelbar etwas zu tun. Die Pläne dafür sind älter.

Volkswagen verändert seine Strukturen. Die geplanten Umbauten haben ursprünglich nichts mit dem Abgas-Skandal zu tun, sondern sind schon länger geplant. Doch einige der Reformen kommen dem Konzern nun wohl sehr gelegen.

„Wir fahren die Komplexität im Konzern zurück. Wir haben bereits in den vergangenen Wochen wichtige Schritte unternommen, etwa die Trennung von Konzern- und Markenfunktionen“, sagte der geschäftsführende Aufsichtsratschef Berthold Huber am Freitag.

Die Entwicklungen der vergangenen Tage hätten die Dringlichkeit des Vorhabens bestätigt: „Wir werden keine Zeit verlieren. Das neue Führungsmodell wird Anfang 2016 umgesetzt.“

Der Konzern will Einfluss von der mächtigen Zentrale in Wolfsburg verstärkt an die einzelnen Marken und Regionen delegieren. Vor allem, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können - und besser zu werden.

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Weit oben steht die Neuordnung des seit Jahren schwierigen Geschäfts in Nordamerika. Dort entsteht eine eigene Marktregion, in der die USA, Kanada und Mexiko gebündelt werden. Geführt wird die neue Einheit vom bisherigen Skoda-Chef Winfried Vahland.

Die wichtige Kernmarke VW bekommt eine neue Führungsstruktur, die sich an vier Regionen orientiert, für die jeweils ein eigener Manager als Chef verantwortlich sein wird - der dann direkt an den Markenchef Herbert Diess berichten soll.

Die konzernweite Führung der Marken soll sich konsequenter am sogenannten Baukastensystem ausrichten, das VW seit einiger Zeit einführt und das für die verschiedenen Fahrzeug-Segmente im Konzern die technische Grundlagen liefert - also für die Massenprodukte der Markengruppe VW, Seat und Skoda oder die Oberklasse-Autos von Audi.

Porsche bildet in diesem System eine Markengruppe mit Bentley und Bugatti, Audi eine Markengruppe mit Lamborghini und Ducati. Daneben stehen die Nutzfahrzeug-Holding mit Scania, MAN und den leichten VW-Nutzfahrzeugen sowie das Maschinengeschäft von MAN Power Engineering und die Finanzdienstleistungen.

Auf Konzernebene sollen sich neue Einheiten um die wichtigen Zukunftsthemen kümmern, etwa für die Produktstrategie, für neue, noch zu erschließende Geschäftsfelder oder für Digitalisierungsthemen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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