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Wen zieht Volkswagen in die Krise?

VW: Wie der Abgasbetrug Zulieferer und Börse zittern lässt

Wolfsburg - Es tut sich was: Volkswagen will in der Abgasaffäre Klarheit für seine Kunden schaffen. "In den nächsten Tagen" werde der Konzern fünf Millionen VW-Besitzer informieren, dass das "Abgasverhalten ihres Fahrzeuges" nachgebessert werden müsse.

Das sagte der neue VW-Chef Matthias Müller in einer Rede. Anschließend würden Werkstatttermine vereinbart. Gleichzeitig werden die Folgen des Volkswagen-Betrugs für die Wirtschaft und die öffentlichen Finanzen sichtbar. Ein Überblick:

Volkswagen - Der VW-Konzern

Am Dienstag fiel erstmals der Name eines möglichen Verantwortlichen für den Skandal: Ein Techniker, so die SZ, soll bereits 2011 den damaligen Chef der Volkswagen-Aggregateentwicklung Heinz-Jakob Neußer vor möglicherweise illegalen Praktiken gewarnt haben. Der spätere VW-Markenvorstand habe dies aber nicht ernst genommen. Neußer ist bereits beurlaubt. Dass der Betrug Volkswagen teuer zu stehen kommt, ist bekannt. Aktuell hat der Konzern 6,5 Milliarden Euro zurückgestellt. Doch das Geld ist vor allem für technologische Lösungen und Service-Leistungen vorgesehen. Möglicher Schadenersatz, Anwaltshonorare und Strafzahlungen kommen dabei noch obendrauf.

Volkswagen - Die Börse

Weil niemand weiß, wie teuer der Skandal für Volkswagen wird, ist die Unsicherheit an der Börse weiter groß. Dienstag Vormittag stürzte die VW-Aktie auf 94,36 Euro – das war das tiefste Niveau seit vier Jahren. Danach fing sich die Aktie, blieb aber unterhalb der 100-Euro-Marke. Wie wichtig Volkswagen für die gesamte deutsche Wirtschaft ist, zeigt ein Blick auf den Dax. Der fiel in zunächst auf ein Jahrestief von 9325 Punkten und konnte sich später leicht erholen (9505,51 Punkte).

Volkswagen - Die VW-Zulieferer

Der Diesel – ohnehin eine eher deutsche Spezialität – ist durch den Abgasskandal in Verruf geraten. Dadurch sind nicht nur Arbeitsplätze bei den großen Herstellern, sondern vor allem auch bei den Zulieferern in Gefahr. Der designierte IG-Metall-Chef Jörg Hofmann warnt: „Wir haben vor allem ein Beschäftigungsproblem bei den Zulieferern, die heute Dieselteile liefern.“ Allein bei Bosch in Deutschland seien mehr als 15.000 Arbeitsplätze von dieser Antriebstechnologie unmittelbar abhängig. Sollte der Rotstift gezückt werden, träfe dies zuerst die Zulieferer.

Volkswagen - Die Stadtfinanzen

Wegen des Volkswagen-Skandals um manipulierte Abgaswerte fürchtet Wolfsburgs Bürgermeister Klaus Mohrs um seine Gewerbesteuereinnahmen. „Als Sofortmaßnahme habe ich für die Stadtverwaltung bereits eine Haushaltssperre sowie einen Einstellungsstopp angewiesen“, erklärte Mohrs. „Projekte, die bereits begonnen wurden, werden weiterlaufen – neue Maßnahmen werden jedoch zunächst angehalten.“ Es sei noch zu früh, um über konkrete Zahlen zu sprechen, doch rechne er schon heuer „mit deutlich weniger Gewerbesteuer“.

Mk

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