Volkswagen weist Bericht über Abbau zurück

- Wolfsburg - VW hat einen Bericht zurückgewiesen, wonach Personalvorstand Horst Neumann die Zahl von 10 000 zusätzlich bedrohten Arbeitsplätzen bei dem Autokonzern genannt habe. "Eine solche Aussage habe ich nicht gemacht", ließ Neumann mitteilen. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" schreibt, Neumann habe im Gespräch mit Arbeitnehmervertretern gesagt, dass mehr als 10 000 weitere Jobs gefährdet seien. Bisher hatte es geheißen, von der Sanierung der Kernmarke Volkswagen könnten bis zu 20 000 Arbeitsplätze betroffen sein.

"Die Lage bei VW ist ernst, aber es besteht kein Grund zur Panik und schon gar nicht zur Panikmache", ließ Neumann mitteilen. Der "Spiegel" schreibt weiter, bei den derzeitigen Arbeitskosten könne der nächste Golf nicht mehr rentabel in Wolfsburg gefertigt werden. Dort könne dann nur noch ein geringerer Teil der Golf-Produktion verbleiben. Der Vorstand habe wegen der Kosten bereits entschieden, dass der neue Scirocco nicht in Wolfsburg, sondern in Portugal gebaut werde.

Der VW-Vorstand forderte vor einigen Tagen eine Anhebung der wöchentlichen Arbeitszeit für die mehr als 100 000 Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken von derzeit 28,8 auf 35 Stunden ohne Lohnausgleich. Die Gewerkschaft IG Metall lehnt dies ab. Das Branchenblatt "Automobilwoche" berichtete zugleich von Plänen des VW-Markenvorstands Wolfgang Bernhard, der die ertragsschwache Kernmarke wieder auf Vordermann bringen soll. Dazu gehörten Überlegungen, den Kleinwagen Fox statt in Brasilien in Europa zu bauen.

Derzeit ist der Verkauf des Fox in Europa auf Grund des stark gestiegenen brasilianischen Real ein Zuschussgeschäft. Das Währungsgefälle könnte VW durch eine teilweise Verlagerung in den Euro-Raum ausgleichen. In der engeren Auswahl für eine Fox-Montage seien das Seat-Werk im spanischen Martorell sowie die VW-Fabrik im slowakischen Bratislava, schreibt die "Automobilwoche". Wegen des hohen Investitionsbedarfs für eine Verlagerung habe VW-Chef Bernd Pischetsrieder die Fox-Pläne aber zunächst zurückgestellt. Die brasilianische VW-Tochter hatte den Abbau von 5800 der 22 000 Stellen bis 2008 angekündigt.

Weiter wolle Bernhard den Absatz der nächsten Version des Polo durch eine Preissenkung ankurbeln. Der Polo, der 2008 auf den Markt kommt, solle nach Informationen aus VW-Kreisen bis 2000 Euro günstiger produziert werden. Einen großen Teil der Einsparungen wolle VW an die Käufer weiterreichen.

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