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Mahag-Flaggschiff bald in VW-Besitz: Erst im vergangenen Jahr wurde das Audi-Terminal an der Leonrodstraße eröffnet.

VW will Autohändler Mahag übernehmen

München - Seit einiger Zeit wurde in der Branche bereits über die wirtschaftliche Situation des Münchner Autohändlers Mahag spekuliert. Nun steht fest: Die 1923 gegründete Autohaus-Gruppe soll an den Volkswagen-Konzern verkauft werden.

Geplant ist die komplette Übernahme der Mahag mit bundesweit 30 Standorten durch die VW-Retail-Gruppe. Ob alle 1850 Angestellten, darunter rund 1100 in München, nach dem Verkauf weiterbeschäftigt werden, ist unklar.

„Es gibt einen Vorvertrag“, bestätigte VW-Sprecher Enrico Beltz. In den kommenden Wochen werde ein Kaufvertrag ausgehandelt. Zum möglichen Kaufpreis wollte sich Beltz nicht äußern, ebensowenig dazu, ob alle Mitarbeiter übernommen werden. „Das ist Gegenstand der Verhandlungen.“ Mahag-Geschäftsführer Thomas Werthmann sagte dagegen, über den Verkauf zum 1. Januar 2010 werde „mit allen Standorten und allen Mitarbeitern“ verhandelt. „Was aber 2010 oder 2011 mit den Beschäftigten passiert, kann ich nicht sagen.“

Die Belegschaft der Mahag erfuhr am Montag bei einer außerordentlichen Betriebsversammlung von den Plänen. Auf Nachfrage habe die Geschäftsleitung erklärt, dass die Übernahme „wohl keine Auswirkungen auf die Beschäftigung“ habe, teilte die IG Metall München am Mittwoch mit.

„Wir nehmen die Herren beim Wort“, betonte Gewerkschaftsvertreter Horst Lischka. „Es darf nicht sein, dass die Beschäftigten, die jahrelang gute Arbeit geleistet haben, die Zeche für offenbar vorhandene finanzielle Probleme zahlen.“ Der Verkauf an VW sei aber nicht die schlechteste Lösung, sagte Lischka.

Die Übernahmepläne nähren Spekulationen, dass die Mahag in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist. Ende 2008 hatte Geschäftsführer Werthmann vor allem die Vermarktung von Gebrauchtwagen und Leasingrückläufern als problematisch bezeichnet. Aber: „Wir haben keine Probleme, die die anderen nicht hätten“, sagte er am Mittwoch.

Die Mahag wäre nicht der erste Münchner Autohändler, der in Not gerät. Im August sperrte Ford-Händler Niedermair & Reich zu – nicht wegen Zahlungsunfähigkeit, sondern weil die Weiterführung „wirtschaftlich nicht vertretbar“ sei. Anders lief es bei Buchner + Linse. Der BMW-Konzern übernahm das Autohaus im Juli, nachdem die bisherigen Eigentümer Insolvenz angemeldet hatten. Ähnlich will VW nun mit der Mahag verfahren.

Die Münchner Automobil-Handel Haberl GmbH & Co, kurz Mahag, die neben VW und Audi auch Kia, Lamborghini, Seat, Porsche, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge verkauft, betreibt in München 20 Filialen, darunter das VW-Zentrum an der Schleibinger Straße und das erst 2008 eröffnete Audi-Terminal an der Leonrodstraße. Außerdem gibt es Standorte in Ulm und Berlin.

Bereits vor zwei Jahren hatte die Volkswagen Group Retail GmbH versucht, bei der Mahag einzusteigen. Damals wollte sie 49 Prozent der Mahag-Anteile von der Nürnberger Versicherungsgruppe übernehmen. Der Kauf platzte, weil Lotte Pabst und Brigitte Weber-Pabst, die bereits 51 Prozent der Mahag-Anteile besaßen, von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machten. Seither war die Familie Pabst alleiniger Gesellschafter der Mahag.

Caroline Wörmann

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