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VW braucht den chinesischen Automarkt, um Weltmarktführer zu werden.

Kooperation soll verlängert weden

VW schließt Frieden mit den Chinesen

Peking - VW will Weltmarktführer werden. Ohne den größten Automarkt in China ist das nicht zu schaffen. Nach Berichten über Spannungen mit dem chinesischen Partner FAW demonstrieren nun beide Einmütigkeit.

Volkswagen will seine Kooperation mit dem chinesischen Autobauer First Automotive Works (FAW) deutlich früher als erwartet verlängern. Es wird davon ausgegangen, dass eine Vereinbarung über die Fortsetzung des 2016 auslaufenden Vertrages für ihr Gemeinschaftsunternehmen schon im kommenden Jahr unterzeichnet wird. Beide Unternehmen bemühten sich am Donnerstag, einen Schlussstrich unter Spekulationen über angebliche chinesische Patentrechtsverletzungen zu ziehen.

Es werde angestrebt, „vorzeitig“ den Vertrag über das Joint Venture FAW-Volkswagen im nordostchinesischen Changchun zu vereinbaren, teilte Volkswagen in Peking mit. Es sei geplant, „das Produktportfolio zu erweitern und gemeinsame neue Tätigkeitsfelder zu erschließen“. Darauf hätten sich VW-Vorstandschef Martin Winterkorn und der Präsident der FAW-Gruppe, Xu Jianyi, bei einer Aufsichtsratssitzung von FAW-Volkswagen in Foshan geeinigt.

Auch die Patentsituation bei Motoren und Getrieben sei angesprochen worden, hieß es in der gemeinsamen Pressemitteilung des Gemeinschaftsunternehmens und der Volkswagen-Gruppe in China. FAW-Chef Xu Jianyi habe betont, die langjährige Partnerschaft habe sich im gegenseitigen Vertrauen und Respekt entwickelt. „Im Rahmen dieser Zusammenarbeit habe kein Partner die Rechte des anderen verletzt“, wurde der FAW-Chef zitiert. Diese guten Erfahrungen seien ein solides Fundament für die künftige Zusammenarbeit.

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China ist für die Volkswagen-Gruppe weltweit der größte Einzelmarkt. Das ist entscheidend für das Ziel, bis 2018 zum Weltmarktführer aufzusteigen. Fast jedes dritte Auto des Konzerns wird heute in China verkauft. Volkswagen hat in China zwei Joint Ventures. Mit FAW baut VW in Changchun im Nordosten des Landes und in Chengdu im Südwesten Autos der Marken Volkswagen und Audi. Die Zusammenarbeit war Ende der 1980er Jahre vereinbart worden. Seit 1991 hat das Joint Venture mehr als sechs Millionen Autos gebaut.

In Branchenkreisen hieß es, beide Seiten strebten eine Verlängerung über 20 oder 25 Jahre an. Der neue Vertrag wird aber keine neue Verteilung der Anteile oder Gewinne bringen. Volkswagen hat bisher 40 Prozent, würde seinen Anteil nach Medienberichten aber gerne auf 49 Prozent erhöhen. Die Gespräche darüber laufen getrennt von der Verlängerung des Joint Venture-Vertrages. Branchenkenner schilderten, dass sich eine Neuverteilung der Anteile schwierig gestalten würde.

Vor zwei Wochen hatte das Wirtschaftsmagazin „Capital“ über eine Krise zwischen den Partnern berichtet. Es gebe Streit um die Verteilung der Anteile und angeblichen Patentklau. FAW soll demnach Konstruktionspläne für VW-Motoren und -Getriebe gestohlen und 30 besonders gute Mitarbeiter beim deutschen Partner abgeworben haben.

Außer mit FAW kooperiert Volkswagen in China noch mit Shanghai Automotive Industry (SAIC). Standorte sind Anting vor den Toren der Hafenstadt sowie 300 Kilometer nordöstlich in Yizheng und in der Stadt Nanjing. Bei seiner Expansion in China sind gemeinsam mit den chinesischen Partnern weitere Werke in Foshan, Ningbo, Tianjin und Ürümqi geplant. Ausländische Autobauer dürfen in China nicht alleine Autos bauen und auch keine Mehrheit an einem Joint Venture halten.

dpa

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