Volkswirte: Verbrauchern wird 2007 massiv Kaufkraft entzogen

- Frankfurt/Main - Die höhere Mehrwertsteuer und steigende Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung werden den Verbrauchern 2007 rund 25 Milliarden Euro Kaufkraft entziehen. Das hat die Commerzbank ausgerechnet. Allein die Anhebung der Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007 lasse den Haushalten 18 Milliarden Euro weniger in der Kasse, berichtete die Commerzbank in Frankfurt.

Das Wirtschaftswachstum werde dadurch im kommenden Jahr um fast einen Prozentpunkt niedriger ausfallen als ohne Steueranhebungen und lediglich 1,0 Prozent erreichen. Nach der Delle könnte 2008 wieder eine Zwei vor dem Komma stehen. Im laufenden Jahr soll die Konjunktur laut Prognose um 2,5 Prozent zulegen.

"Die Fiskalpolitik bremst die deutsche Wirtschaft aus", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. "Das kann man trotz des sich ausbreitenden Optimismus nicht vom Tisch wischen." Die vorgezogenen Käufe in diesem Jahr könnten der Wirtschaft nicht genügend Schwung geben, um auch 2007 stark zu wachsen. "Ich kann das Geld nur heute ausgeben, und dann eben nicht mehr morgen." Im ersten Quartal 2007 werde die Wirtschaft wegen des fehlenden Konsums um 0,3 Prozent schrumpfen. Auch in der Eurozone werde sich das Wachstum abschwächen, weil die Exportnachfrage weniger schnell wachse und die deutschen Steuererhöhungen auch das europäische Wachstum bremsten.

Insgesamt sieht der Volkswirt die deutsche Wirtschaft aber als sehr konkurrenzfähig an. In den vergangenen Jahren habe Deutschland seinen Wachstumsrückstand gegenüber anderen Ländern wettgemacht und liege nun gleichauf mit der Euro-Zone. Dank Restrukturierungen in den Unternehmen hätten sich die Lohnstückkosten seit 1999 um sieben Prozent besser entwickelt als im Euro-Raum.

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