Vollbeschäftigung in Bayern in Reichweite

München - "Die Trendwende ist geschafft" - die Zahl der Beschäftigungen im industriellen Sektor steigt weiter. Laut Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber rücke in immer mehr Landesteilen "die Vollbeschäftigung in Reichweite". Dies sei die Folge eines kräftigen Konjunkturaufschwungs.

In 15 der 27 bayerischen Agenturbezirke liege die Arbeitslosenquote bereits unter fünf, in sechs sogar unter vier Prozent. "Die Arbeitslosigkeit geht zurück", bilanzierte Huber gestern bei der Vorstellung von "Bayerns Industriebericht 2007". Demnach legte die Beschäftigung 2006 in der bayerischen Industrie erstmals seit 2001 wieder zu - um 0,3 Prozent. Zudem rechne er auch in Zukunft mit einer "stabilen Wirtschaftsentwicklung". Konkret prognostizierte Huber ein Wachstum von 2,6 in diesem Jahr, 2008 sollen es rund 2,7 Prozent Anstieg sein.

Insgesamt habe die bayerische Industrie in den letzten 24 Monaten ein Beschäftigungsplus von 145 000 erreicht - insgesamt waren 2006 durchschnittlich 1,16 Millionen Menschen auf diesem Sektor beschäftigt.

Gemessen am Beschäftigungs- und Umsatzanteil ist der Fahrzeugbau die größte Industriegruppe in Bayern, nach Elektroindustrie, Maschinenbau sowie Chemie- und Kunststoffindustrie. Zusammen sorgen diese vier Kompetenzfelder für 63,3 Prozent der industriellen Beschäftigung, so der Industriebericht. Als bevölkerungsreichster Regierungsbezirk habe Oberbayern den größten Anteil an der Industriebeschäftigung (29 Prozent). Was die Zahl der Beschäftigten im Verarbeitenden Gewerbe pro 1000 Einwohner angeht, liege Oberfranken an der Spitze.

Überproportional in die Höhe geschossen sind überdies die Auslandsumsätze der bayerischen Industrie: "Die Exportquote erreichte einen neuen Rekordwert von 46,9 Prozent" (2005: 45,4 Prozent), sagte Huber. Besonders guten Absatz im Ausland fanden dabei Rundfunk-, Fernseh- und Nachrichtentechnik (71,6 Prozent Exportquote), die Medizin-, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Optik (64,8 Prozent) und die Autoindustrie (64,1 Prozent).

Nach einer "langen Durststrecke" habe sich laut Huber auch Bayerns Baugewerbe zu einem wahren "Konjunkturmotor" entwickelt: Nach einem "sagenhaften" 11,7-prozentigen Anstieg 2006 lag der Umsatz von Januar bis Juni 2007 nochmal 7,9 Prozent höher als im Vergleichszeitraum 2006. Auch die Zahl der Beschäftigten in der Baubranche stieg im ersten Halbjahr 2007 um vier Prozent an.

Rückläufig hingegen sei die Auftragslage im Wohnungsbau (minus 2,3 Prozent) von Januar bis Mai 2007, die Baugenehmigungen für Wohngebäude brachen um die Hälfte ein. Grund für diese "Lücke nach dem Boom", so Wirtschaftsminister Huber: der Wegfall der Eigenheimzulage und die Erhöhung der Mehrwertsteuer.

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