Voller Zuschuss für Zahnersatz

München - Wichtig für gesetzlich Krankenversicherte: Wer in diesem Jahr noch nicht beim Zahnarzt war - und sei es vorsorglich, also ohne konkreten Anlass, der kann 2008, falls Zahnersatz nötig werden sollte, weniger Geld von seiner Krankenkasse bekommen. Noch kann man das verhindern.

Das ist die Regel: Wer in den vorhergehenden fünf Jahren (auf 2008 bezogen: von 2003 bis 2007) nicht wenigstens einmal jährlich beim Zahndoktor im Behandlungsstuhl saß, der erhält nur den "normalen" Kassenzuschuss: 50 Prozent des "befundorientierten Festbetrages".

Kann auf einen regelmäßigen Zahnarztbesuch in dem Fünfjahres-Zeitraum verwiesen werden (die Zahnärzte vermerken das jeweils im Bonusheft, das den Patienten mitgegeben wird; natürlich ist auch ein anderer Nachweis möglich), dann steigt der Zuschuss (von 50 auf 60) um 10 Prozentpunkte, also real um 20 Prozent.

Wer sogar einen "lückenlosen" Zahnarztbesuch in den vorangegangenen zehn Jahren (auf 2008 bezogen: von 1998 bis 2007) nachweist, der ist - sollte für ihn Zahnersatz überhaupt nötig werden - noch besser dran: Die Beteiligung seiner Krankenkasse steigt um 15 Prozentpunkte, real (von 50 auf 65) um 30 Prozent.

Ansonsten gilt: Wer ein Jahr nicht beim Zahnarzt war, dem steht erst dann wieder der erhöhte Kassenanteil zu, wenn wiederum fünf Jahre hintereinander mit Vorsorgeuntersuchungen (oder Zahnarztbehandlungen) verstrichen sind. Für den um 30 Prozent höheren Bonus müssen es dann wiederum zehn Jahre sein.

Geringverdiener

Weder auf 50 noch auf 60 oder 65 Prozent einlassen müssen sich die gesetzlich Krankenversicherten, die ein geringes Einkommen haben. Ihnen steht der doppelte Normal-Zuschuss, also 100 Prozent des medizinisch notwendigen Aufwandes für Zahnersatz zu. Und das unabhängig davon, ob sie in den letzten fünf oder gar zehn Jahren regelmäßig beim Zahnarzt waren.

Als "gering" gilt ein Einkommen, das bei einem Alleinstehenden 980 Euro pro Monat nicht übersteigt. Für Ehepaare beträgt die Einkommensgrenze 1347,50 Euro monatlich - die Einkünfte beider Partner berücksichtigt. Für jedes Kind kommen 245 Euro pro Monat hinzu, sodass eine dreiköpfige Familie bis zu einem Monatsbrutto von 1592,50 Euro als "Härtefall" gilt - mit Anspruch auf den hundertprozentigen Zuschuss. Gleiches gilt für Bezieher von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe. Für Bezieher (etwas) höherer Einkommen gelten abgestufte Zuzahlungsregeln.

Extra-Versorgung

Wird eine "höherwertige Versorgung" gewünscht, so gehen die Zusatzkosten zu Lasten der eigenen Geldbörse. Doch auch "gleichwertiger" Zahnersatz kann höhere Eigenbeteiligungen zur Folge haben. Gleichwertig ist ein Zahnersatz, wenn die Therapie die Regelversorgung enthält und weitere Leistungen dazukommen.

Muss zum Beispiel ein Backenzahn überkront werden, so ist die Regelversorgung die Metallkrone. Wünscht der Patient aus ästhetischen Gründen eine Verblendung der Krone, dann ist dies eine Zusatzleistung, die aber an der normalen Kassenleistung nichts ändert. Die Mehrkosten für die Verblendung zahlt der Versicherte.

Praxisgebühr

Übrigens: Für eine reine Vorsorgeuntersuchung (wenn also zum Beispiel nicht einmal Zahnstein entfernt wird) ist die Praxisgebühr von 10 Euro nicht zu zahlen. Dies gilt zweimal im Kalenderjahr. "Mit Zahnsteinentfernung" wird beim zweiten Mal aber eine Privatrechnung des Zahnarztes fällig.

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