MAN mit Vollgas unterwegs

- München - Der neue MAN-Chef Hakan Samuelsson räumt trotz glänzender Geschäfte bei dem Lastwagen- und Maschinenbauer weiter auf. "Der Wandel zu mehr Internationalität und mehr Kapitalmarkt-Orientierung muss nun beschleunigt werden, weil sich auch unsere Umwelt schneller ändert", sagte Samuelsson am Freitag auf der Hauptversammlung in München. Der Konzern verkauft zum 1. Juli sein Penzberger Komponentenwerk mit 700 Beschäftigten. Erst vor wenigen Tagen war die Raumfahrttochter MAN Technologie veräußert worden. Zudem sollen die Lohnkosten vor allem in der Nutzfahrzeugesparte weiter gedrückt werden.

Der MAN-Konzern ist derzeit - trotz Problemen vor allem im Bogendruck - mit Vollgas unterwegs. In den ersten vier Monaten stieg der Auftragseingang um 47 Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Euro. Auch ohne die Berücksichtigung von Großaufträgen wie ein Milliardengeschäft mit dem britischen Militär wuchsen die Bestellungen um 10 Prozent.<BR><BR>Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro zu. Auch der Mai ist gut gelaufen. "Das war ein guter Auftakt", lobte Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz den neuen Vorstandsvorsitzenden vor 1500 Aktionären.<BR><BR>Für das Gesamtjahr ist Samuelsson nun etwas optimistischer. "Wenn die Konjunktur sich nicht wesentlich verschlechtert, erwarten wir für MAN einen Zuwachs im Umsatz von über fünf Prozent." Bisher waren genau fünf Prozent angekündigt. Das operative Ergebnis soll weiterhin deutlich überproportional wachsen.<BR><BR>Dennoch will MAN die Kosten weiter drücken und sich aufs Kerngeschäft konzentrieren. Die Mehrheit des Penzberger Komponentenwerks wird zum 1. Juli an den bisherigen Werksleiter und Chef der Geschäftseinheit Schwere Lastwagen bei MAN Nutzfahrzeuge, Ralf Simon, abgegeben. MAN will vorerst noch mit 40 Prozent beteiligt werden. Der Konzern und Simon suchen aber noch einen mittelständischen Autozulieferer als weiteren Partner. Im bayerischen Penzberg werden Stahlteile für die Lastwagenproduktion hergestellt. Das Werk, aus dem vor zwei Jahren bereits die Kabelbaumfertigung nach Polen abgezogen wurde, soll sich unter der neuen Führung auf anspruchsvollere Komponenten konzentrieren, um zu überleben.<BR><BR>Samuelsson bekräftigte, dass die Lohnkosten bei den Nutzfahrzeugen gedrückt werden sollen. "Diese Kostensenkungen sind notwendig, damit wir uns bei der Ergebnisentwicklung unseren profitableren Wettbewerbern nähern können." Der Schwede hatte zum Jahresbeginn den Vorstandsvorsitz von Rudolf Rupprecht übernommen. Dieser wechselt nun in den Aufsichtsrat. Den Vorsitz in dem Kontrollgremium will Rupprecht aber nicht übernehmen. 

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