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Einfach sauber: Handelsübliche Waschmittel haben selbst die besten Fleckentferner geschlagen.

Fleck-Entferner

Das Vollwaschmittel schlägt alle

Ob Rotwein, Make-up oder Motoröl: Multifleckentferner sollen alle Flecken entfernen. Die Stiftung Warentest hat 27 Pulver, Sprays und Gele untersucht. Ergebnis: Die Kraftprotze sind zahnlose Tiger. Ein normales Vollwaschmittel ist besser – und billiger.

Sie sind erst seit ein paar Jahren auf dem Markt. Doch dank massiver Werbeoffensiven haben sie es in kürzester Zeit ins Stammsortiment fast aller großen Anbieter von Wasch- und Reinigungsmitteln geschafft. Als Alleskönner werden Oxi-Multifleckenentferner angepriesen, doch die Versprechen erweisen sich als vollmundig. Der bleichende Aktivsauerstoff, das Oxi-Wundermittel, wirkt längst auch in handelsüblichen Vollwaschmitteln.

So wird die Note „gut“ für den Testsieger, das „Sil 1 für alles Fleckensalz“ mit einem großen Vorbehalt versehen. Denn im Vergleich mit einem gängigen Vollwaschmittel schneidet der Testsieger in der Disziplin Fleckentfernung schlechter ab.

Allerdings weist ihm das Urteil der Stiftung Warentest in einem Punkt einen leichten Vorsprung zu: Das Fleckensalz biete als einzigen Vorteil eine etwas bessere Farbschonung, heißt es – die Note drei gegenüber einer Vier beim Vollwaschmittel. Das allerdings ist kein Wunder, denn der gesamte Test ergab: Je wirksamer das Bleichmittel im Fleckentferner, desto ruppiger geht das Mittel mit der Farbe um. Kein einziges der Mittel, welche die Farben „gut“ schonen, erreicht bei der Fleckentfernung eine bessere Note als ein gerade noch „befriedigend“ (in Zahlen: 3,4). Das Sil-Salz eigne sich „für jene, die häufiger Flecken aus farbigen Textilien entfernen müssen“.

Das klingt nicht gerade überzeugend. Was also tun, wenn sich ein böser Fleck an der Bluse oder am Sakko zeigt? Die Tester empfehlen Wasser und etwas Seife und mahnen dabei zur Eile: „Je schneller man handelt, desto besser.“ Stehen Wasser und Seife nicht zur Verfügung, ist das kein Beinbruch. Auch Speichel tut’s. Er verhindert das Eintrocknen. Die enthaltenen Enzyme lösen überdies Eiweiß, Fett und Stärke.

Was man dagegen keinesfalls tun sollte: Bei lockerem Gewebe fest reiben. Dabei können sich Fasern verschieben. Es bleibt, auch wenn der Fleck weg ist, eine unschöne Stelle im Stoff. Die richtige Behandlung hängt stark von der Art des Flecks ab: Fette wie Bratfett, Olivenöl oder Lippenstift werden – solange der Fleck frisch ist – am besten mit Wasser und Handseife eingedämmt. Das genügt in vielen Fällen auch bei farb- und gerbstoffhaltigen Spritzern (Kaffee, Tee, Rotwein, Obst). Bei hartnäckigen Flecken dieser Art empfehlen die Tester allerdings: vorbehandeln (mit Vollwaschmittel oder einem guten Fleckentferner) und dann waschen.

Etwas komplizierter wird es, wenn Eiweiß im Spiel ist – beispielsweise Ei, Blut oder Kakao. Zwar helfen auch hier Wasser und Seife oder ein Feinwaschmittel. Doch wer sich von heißerem Wasser eine bessere Wirkung erhofft, irrt gewaltig. Bei Temperaturen über 40 Grad gerinnt Eiweiß und fixiert sich im Stoff. Dann wird der Fleck zum dauerhaften Begleiter. Selbst für Motoröl, Ruß und Erde empfiehlt die Stiftung Warentest zur Selbsthilfe Wasser und Seife. Allerdings schränken sie dies insbesondere für altes Motoröl ein. Dies enthalte Pigmente oder Farbreste und gehöre in die Hand von Profis, also in die Reinigung, erklären die Verbraucherschützer. In diesem Fall gilt: „Die Chancen sind am größten, wenn der Fleck unbehandelt und möglichst frisch ist.“

Und noch ein Fleckenmärchen klären die Tester: Der jedem bekannte Tipp, Kerzenwachs entferne man aus Textilien, indem man auf und unter den Fleck Löschpapier legt und mit einem Bügeleisen darüber bügelt. „Dieser Tipp gilt nur für reines Wachs. Sind Farb- oder synthetische Stoffe in der Kerze enthalten, werden sie durch Hitze im Stoff fixiert und können anschließend nicht mehr entfernt werden.“

mm

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