+
Im ersten Quartal 2019 erhöhte sich das operative Ergebnis von Vonovia auf 303,6 Millionen Euro. Foto: Marcel Kusch

Immobilienkonzern

Vonovia macht bei steigenden Mieten mehr Gewinn

Die Mieten in Deutschland steigen weiter. Gerade in Großstädten geraten deshalb Wohnungsunternehmen wie Vonovia in die Kritik, Forderungen nach Enteignung werden laut. Bei der Vorlage seiner guten Quartalszahlen geht der Dax-Konzern auf seine Kritiker zu.

Bochum (dpa) - Steigende Mieten und die Zukäufe im Ausland haben Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia im Auftaktquartal deutlich mehr Gewinn beschert. Zudem profitierte Vonovia von geringeren Kosten bei der Bewirtschaftung der Wohnungen.

Der Dax-Konzern wies Forderungen nach einer Enteignung von Wohnungsunternehmen zurück. "Enteignung schafft keinen neuen Wohnraum, der Bau neuer Wohnungen schon", betonte das Unternehmen am Dienstag in Bochum. Überschüsse würden in den Bestand investiert.

Vorstandschef Rolf Buch sicherte zu, Vonovia werde sich an einer Lösung beteiligen, könne die angespannte Situation für Wohnungssuchende aber nicht alleine lösen. "Ich habe großes Verständnis für die Sorge, sich einen Umzug in das bevorzugte Quartier nicht mehr leisten zu können und auch für die Emotionen, die derzeit spürbar sind", sagte er. "Wir brauchen einen konstruktiven gesellschaftlichen Dialog und gemeinsame Kraftanstrengung." Buch betonte, bundesweit seien "außerordentliche Investitionen" von schätzungsweise bis zu 800 Milliarden Euro bis 2030 nötig.

Im Kampf gegen steigende Mieten und Wohnungsnot waren zuletzt vor allem im Großstädten Forderungen nach einer Enteignung von Immobilienkonzernen wie Vonovia oder Deutsche Wohnen laut geworden. In Berlin werden Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt. Die Grünen-Bundestagsfraktion setzt sich für "in letzter Konsequenz eine Enteignung gegen Entschädigung" ein.

In den ersten drei Monaten 2019 erhöhte sich das operatives Ergebnis von Vonovia im Jahresvergleich um ein Fünftel auf 303,6 Millionen Euro. Die Mieteinnahmen stiegen im ersten Quartal bei einem weiterhin geringen Leerstand um ein Fünftel auf 505 Millionen Euro. Die durchschnittliche Miete erhöhte sich auf 6,56 Euro pro Quadratmeter - das waren sechs Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig steckte Vonovia mit 242 Millionen Euro rund 75 Prozent mehr in Modernisierung und Neubau. Der Überschuss erhöhte sich um fast 60 Prozent auf 201 Millionen Euro.

Die Gewinnprognose für das Gesamtjahr hob Vonovia aufgrund der "dynamischen Entwicklung" im deutschen, österreichischen und schwedischen Wohnungsmarkt leicht an. Das Unternehmen peilt nun für 2019 ein operatives Ergebnis in Höhe von 1,17 bis 1,22 Milliarden Euro an. Bislang war Vonovia für das laufende Jahr von 1,14 bis 1,19 Milliarden Euro nach 1,13 Milliarden Euro im Vorjahr ausgegangen. 2019 sei der Bau von 3000 Wohnungen geplant, "davon ein Teil als öffentlich geförderter Wohnraum", so das Unternehmen.

Wegen seiner Modernisierungsumlagen steht Vonovia schon seit längerem in der Kritik, und Konzernchef Buch kündigte deshalb im Dezember einen Strategieschwenk an. Zukünftig steckt Vonovia deutlich weniger in energetische Modernisierungen deutscher Wohnungen, wie Dämmung oder den Austausch alter Fenster, sondern nimmt unter anderem mehr Geld für den Neubau und für die zugekauften Wohnungen in Schweden in die Hand.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Daimler will bis 2025 jedes vierte Auto online verkaufen
Das Ende des klassischen Autohauses wird schon seit Jahren beschworen. Daimlers Vertriebschefin Seeger will darauf zwar trotz aller neuen digitalen Möglichkeiten nicht …
Daimler will bis 2025 jedes vierte Auto online verkaufen
Unitymedia-Übernahme durch Vodafone unter Auflagen erlaubt
Nach der Nachricht aus Brüssel dürften bei Vodafone die Sektkorken geknallt haben, während es bei der Telekom Grund für schlechte Laune gab. Vodafone darf Unitymedia …
Unitymedia-Übernahme durch Vodafone unter Auflagen erlaubt
Lidl bietet Plus-Size-Mode an, doch die Kundinnen sind entrüstet über Models aus der Werbung
Lidl sorgt mit seinem aktuellen Angebot mit Plus-Size-Mode von Größe 44 bis 56 für Ärger bei einigen Kunden: Das sei wohl kaum Plus Size, sagen sie.
Lidl bietet Plus-Size-Mode an, doch die Kundinnen sind entrüstet über Models aus der Werbung
Flixbus bekommt heftige Konkurrenz: „Pinkbus“ will sich durch ein wichtiges Detail abheben
Der Fernbus-Markt wird umkämpfter: Platzhirsch Flixbus muss sich jetzt auch noch „Pinkbus“ erwehren. Das Unternehmen will sich in einem Punkt ganz besonders vom grünen …
Flixbus bekommt heftige Konkurrenz: „Pinkbus“ will sich durch ein wichtiges Detail abheben

Kommentare