Vorbehalte gegen Licci

- München - Im Aufsichtsrat der HypoVereinsbank (HVB) gibt es größere Vorbehalte gegen einen möglichen Aufstieg von Christine Licci zur Vorstandssprecherin nach einer Übernahme durch Unicredit. Licci habe sich in den vergangenen Wochen nicht sehr geschickt verhalten, hieß es in Aufsichtsratskreisen. Zudem befürchteten mehrere Aufsichtsräte, dass die Südtirolerin bei einem Aufstieg "einen Rattenschwanz von Mitarbeitern" von ihrem früheren Arbeitgeber Citibank zur HVB bringe.

Die Bank brauche nach einer Übernahme einen starken Vorstandschef, um sich gegen den Einfluss aus Mailand zu wehren. Das Thema wurde auch auf der Aufsichtsratssitzung diskutiert. Anfang der Woche war in Medienberichten spekuliert worden, dass Licci den Posten schon sicher hat. Wenn die Übernahme der HVB durch Unicredit im Herbst gelingt, wird HypoVereinsbank-Chef Dieter Rampl Chef des Aufsichtsrats bei der italienischen Großbank. Die deutsche Privatkunden-Chefin Licci gilt für diesen Fall als Favoritin für die Nachfolge.

Allerdings würde der Posten, den Licci zusätzlich mit übernehmen würde, nach einer Übernahme deutlich an Bedeutung verlieren. "Licci sollte sich weiter auf das Privatkundengeschäft konzentrieren", hieß es in Aufsichtsratskreisen. Hier gebe es noch genug Arbeit. Auch der zweite Kandidat, Firmenkunden-Vorstand Johann Berger, ist für einige Aufsichtsräte nicht der Wunschkandidat. Er sei zwar länger bei der Bank, aber auch nicht profiliert genug.

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