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Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und die Regierungskommission wollen vorläufig keine gesetzlihe Quote vorgeben, damit mehr Frauen in Spitzenpositionen der Wirtschaft kommen.

Vorerst keine Frauenquote für Firmenspitzen

Berlin - Frauen sollen mehr Spitzenpositionen in der deutschen Wirtschaft erobern - aber vorerst ohne eine gesetzliche Quote. Die Wirtschaft, so der Appell, solle selbst dafür sorgen, dass mehr Managerinnen eingesetzt werden.

Die Bundesregierung plant “zum jetzigen Zeitpunkt“ keine solche Vorgabe, wie Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sagte.

Die Regierungskommission für gute Unternehmensführung (“Corporate Governance“) hat aber neue Empfehlungen in ihren Kodex aufgenommen, die den Druck erhöhen sollen. “Frauen verfügen über besondere Führungsqualitäten und Problemlösungskompetenz“, sagte der Vorsitzende, Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, am Donnerstag bei der Jahrestagung der Kommission in Berlin.

Frauenförderung solle kein bloßes Lippenbekenntnis sein, sagte Müller. Die Umsetzung bleibe nicht im Verborgenen. Denn die neuen Empfehlungen sehen vor, dass Aufsichtsräte konkrete Ziele für ihre Zusammensetzung - darunter die angemessene Berücksichtigung von Frauen - nennen und dann über die Umsetzung öffentlich berichten. Er sei überzeugt, dass die Empfehlungen auf hohe Akzeptanz in den Unternehmen stoßen. Damit werde eine feste Quote überflüssig gemacht.

Leutheusser-Schnarrenberger machte klar, dass eine gesetzliche Regelung aber rechtlich möglich wäre. Firmen müssten daher nun über Selbstverpflichtungen auch zu Fortschritten kommen, erklärte die Ministerin am Mittwochabend. “Allen Beteiligten muss klar sein: Wenn die Wirtschaft die Zeit jetzt nicht nutzt, wird sie dafür später vielleicht teuer zu bezahlen haben“.

Es sei überfällig und ein Gebot der Vernunft, Frauen stärker in Führungspositionen wirken zu lassen. Nach ihrem Eindruck seien die Dinge “bereits in Bewegung“. Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft sind weitgehend Männerdomäne.

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) sank der Frauenanteil in den Vorständen der 100 umsatzstärksten Unternehmen im vorgangenen Jahr auf unter ein Prozent. In den Aufsichtsräten stieg der Frauenanteil leicht auf 10,1 Prozent. Weibliche Aufsichtsräte werden aber überwiegend von der Arbeitnehmerseite in die Kontrollgremien entsandt.

dpa

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