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Vorsicht DSL: Telekom-Kunden wird neue Technik untergejubelt

- München - Mit der Deutschen Telekom zu telefonieren kann teuer werden. Kunden des Unternehmens wurden nach Telefonaten mit Service-Mitarbeitern gegen ihren Willen zu Beziehern eines DSL-Anschlusses gemacht. Sie sollten für die neue Technik Gebühren bezahlen, obwohl sie diese nie wollten. Die Verbraucherzentrale Bayern prangert ein Prämiensystem der Telekom an, das Mitarbeiter zu unseriösen Methoden verleite.

<P>Ein Anruf bei der Service-Hotline der Deutschen Telekom wurde für Nadine Rüttinger zum Verhängnis. Die Münchnerin wollte ihre Telefon-Rechnung auf Lastschrifteinzug umstellen. Bei dieser Gelegenheit bot ihr der Telekom-Mitarbeiter zusätzlich Informationen über einen DSL-Anschluss an. "Die Informationen wollte ich mir mal ansehen", sagt sie. "Ich habe aber keinen Auftrag vergeben oder irgendeine Zusage gemacht." Trotzdem brachte der Postbote statt der Informationen ein Verbindungsgerät für die Nutzung der Technik - eine "DSL-Box". Und einen Tag später kam die "Auftragsbestätigung" für einen DSL-Anschluss. Als sie das der Telekom mitteilte, sei ihr versichert worden, es handele sich um ein Missverständnis. Der angebliche Auftrag werde storniert.</P><P>"Kurz darauf kam die DSL-Box noch einmal mit der Post." Wieder meldete sich Nadine Rüttinger bei der Telekom, wieder wurde ihr die Stornierung des Auftrags versichert, den sie nie vergeben hat. Doch wenig später wurde sie informiert, dass ihr DSL-Anschluss nun auch freigeschaltet worden sei. Erneuter Widerspruch half nichts. Schließlich tauchte die Gebühr für den DSL-Anschluss auf der Rechnung auf. Obwohl die Münchnerin den Anschluss nie bestellt und mehrfach storniert hatte, sollte sie für ihn bezahlen.</P><P>"Es sind uns mehrere solche Fälle bekannt", erklärt Petra von Rhein, Juristin der Verbraucherzentrale Bayern. Teilweise seien Telekom-Kunden unangemeldet angerufen und ihnen gegen ihren Willen DSL-Verträge angehängt worden. "Eine ältere Dame wusste gar nicht, was DSL ist. Sie hatte die DSL-Box lange zu Hause liegen, bevor sie bemerkte, dass ein neuer Posten auf der Telefon-Rechnung auftauchte", berichtet von Rhein. Nach ihrer Einschätzung erhalten die Mitarbeiter der Telekom Erfolgsprämien, die manchen zur Vermittlung von DSL-Anschlüssen mit allen Methoden verleiten. "Die Telekom sollte ihre Mitarbeiter so bezahlen, dass sie es nicht nötig haben, mit fingierten Aufträgen ihr Honorar aufzubessern", urteilt von Rhein. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte, dass es Vermittlungs-Prämien gebe. Gegen Mitarbeiter, die Aufträge fingieren, gehe man aber vor. "Wenn wir Ross und Reiter kennen, wird in so einem Fall natürlich abgemahnt oder auch gekündigt."</P><P>Wer gegen seinen Willen einen DSL-Vertrag oder eine DSL-Box erhält, sollte sich umgehend an die Telekom wenden, empfehlen die Verbraucherschützer. Der Kunde habe eine Mitteilungspflicht. Er müsse sich aber nicht um die Rücksendung der DSL-Box bemühen. "In einem solchen Fall muss sich die Telekom selbst um die Abholung des Gerätes kümmern." Wird ein nicht bestellter DSL-Anschluss abgerechnet, solle man Schadensersatz verlangen und sich an die Verbraucherzentrale wenden (Mozartstraße 9, 80336 München, Telefon: 089 / 53 98 70). Die Telekom müsse in solchen Fällen beweisen, dass ein DSL-Vertrag geschlossen worden sei.</P><P>Nach Angaben des Telekom-Sprechers würden unbestellte Aufträge "selbstverständlich" storniert. Im Fall von Nadine Rüttinger klappte das erst nach fünf Monaten.<BR></P>

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