Vorsicht vor feucht-fröhlichen Bildern

- München ­- Auf der "Mallorca-Party" des Fußballclubs ging es hoch her: Als der junge Mann damals in die Kamera grinste, hätte er allerdings nicht gedacht, dass die Partyfotos einmal Thema in einem Bewerbungsgespräch werden könnten. Über die Internet-Seite des Sportvereins hatte die Firma, bei der er sich beworben hatte, die Fotos von der durchzechten Nacht gefunden.

Immer mehr Bewerber machen laut einer Studie des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU) und der "Wirtschaftswoche" negative Erfahrungen mit den Spuren, die sie bewusst oder unbewusst im Netz hinterlassen.

"Offensichtlich gehört es mittlerweile für viele Personalberater zur Routine, den Namen eines Kandidaten im Internet zu suchen", sagt BDU-Vizepräsident Joachim Staude. Für die Studie wurden 300 Entscheidungsträger aus Personalberatungsgesellschaften befragt, ob sie beispielsweise schon einmal Informationen über einen Bewerber über Google oder andere Suchmaschinen gesucht hätten. Das Ergebnis: 28 Prozent nutzen die Internetsuche. Rund 26 Prozent gaben an, dass sie bereits Kandidaten nach dem Suchergebnis nicht weiter berücksichtig hätten.

"Das Ergebnis hat uns selbst überrascht", erklärt Staude. Für einige Unternehmen sei die Internet-Überprüfung eines Bewerbers mittlerweile fester Teil der Auswahl neuer Mitarbeiter ­ auch wenn sie es nur ungern öffentlich zugeben. Das Netz biete Informationen, die früher kaum zugänglich gewesen seien. Das habe Vorteile, denn neben Urlaubs- oder Partybildern komme auch weniger Harmloses zutage. "Es kann zum Beispiel sein, dass ein Bewerber Mitglied in einer Partei oder einem Verein ist, der der Firma nicht zusagt, etwa einem rechtsradikalen Studentenverbund", erläutert Staude.

 Ob auf Internet-Seiten von Vereinen, in Chatforen, Gästebüchern oder in Datenbanken, in denen ehemalige Schulfreunde einander suchen und dafür persönliche Daten hinterlegen: Die Quellen für die Personalberater sind vielfältig. Dass Bewerber aufgrund der Such\-ergebnisse abgelehnt werden, ist nach Staude jedoch weiterhin die Ausnahme.

"Die Unternehmen sind darauf angewiesen, Informationen zu überprüfen", erläutert Sylvia Knecht vom Personaldienstleister DIS AG, der vor allem Fach- und Führungskräfte vermittelt. Claudia Wacker von der Personalberatung Dr. Heimeier & Partner rät Bewerbern, "regelmäßig den eigenen Namen in Suchmaschinen eingeben und nachsehen, welche Einträge es dort gibt".

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