Auto rast in Newscastle in Menschengruppe - Fahrerin festgenommen

Auto rast in Newscastle in Menschengruppe - Fahrerin festgenommen

Vorsicht am Geldautomaten: Die hinterhältigen Tricks der Betrüger

- Wer Bargeld braucht, bedient sich in der Regel an einem der 50 000 Bankautomaten in Deutschland. Bislang galten sie als sicher, seit geraumer Zeit häufen sich aber Manipulationen an den Geräten: Mit raffinierten Methoden gelingt es Gaunern, eingeschobene EC-Karten zu kopieren und so Konten zu plündern. Unsere Zeitung zeigt die Tricks und worauf Verbraucher achten sollten.

<P>Strategie der Betrüger</P><P>Wenn Gauner EC-Automaten manipulieren, verfolgen sie damit zwei Ziele: "Sie müssen zunächst die Daten auslesen, die auf dem Magnetstreifen einer jeden EC-Karte gespeichert sind", erklärt Eduard Liedgens vom Landeskriminalamt (LKA) Bayern. Diese Informationen könnten sie dann auf weiße Blankokarten überspielen, die es in Elektronikmärkten zu kaufen gibt.<BR><BR>Diese kopierten EC-Karten allein bringen den Ganoven jedoch nichts, denn das Plastik ist nicht mit einem Bankemblem bedruckt. Es kann also nicht als bargeldloses Zahlungsmittel im Supermarkt oder an der Tankstelle eingesetzt werden. "Deswegen benötigen die Betrüger zusätzlich die passende Geheimnummer", sagt Liedgens. Mit der und der Karten-Kopie können sie dann am Geldautomaten auf das fremde Konto zugreifen.<BR><BR>Die Tricks</P><P>Einen Bankautomaten unbemerkt so zu präparieren, dass es möglich ist, den Magnetstreifen auszulesen und die Persönliche Identifikationsnummer (PIN) zu erspähen - das muss kompliziert, möchte man meinen. Ist es aber nicht: "In manchen Regionen Osteuropas hat sich das zu einem Volkssport entwickelt", sagt Liedgens Kollege Markus Filipcic. "Das Equipment kann man sich für wenige Euro besorgen."<BR><BR>Das wusste auch eine fünfköpfige Bande aus Bulgarien, die vor einigen Monaten in München aufgeflogen ist. Die Männer hatten einen Geldautomaten in der Innenstadt in wenigen Minuten "umgebaut". Auf den Schlitz, in den Bankkunden ihre Karte einschieben, befestigten sie mit Klebeband einen Aufsatz, der kaum auffiel (siehe Foto). Darin: Ein Chip, der die Daten automatisch von der durchgeschobenen Karte kopierte. Eine über der Tastatur in einer Kabelleiste versteckte Minikamera zeichnete die Eingabe der PIN auf. Ein Sender schickte das Filmchen dann an einen Laptop in ein Hotelzimmer gegenüber - bis die Polizei zugriff.<BR><BR>Die Beamten kennen mittlerweile aber auch andere Methoden, mit denen sich die PINs klauen lassen - abgesehen vom Blick über die Schulter. So befestigen Gauner mitunter über dem Ziffernfeld des Automaten eine zweite, täuschend echte Tastatur. Diese gibt Eingaben auf die Originaltasten weiter, sodass der Automat normal funktioniert. Gleichzeitig speichert sie aber auch die eingetippte Geheimnummer.<BR><BR>Betroffene Regionen</P><P>In Deutschland häufen sich die Automatendelikte. "Die Zahl der Angriffe hat deutlich zugenommen", sagt Rainer Herrmann vom Zentralen Kreditausschuss der Banken und Sparkassen. Rund 80 Automaten seien in diesem Jahr schon manipuliert worden, die meisten davon in Berlin; auf Platz 2 folgt München. "Betroffen waren etwa Bankfilialen am Ostbahnhof, dem Stachus oder Marienplatz", bestätigt Eduard Liedgens.</P><P>Aber auch in bayerischen Kleinstädten wie Landshut oder in ländlichen Regionen habe es schon Vorfälle gegeben. Und auch in anderen europäischen Ländern sind die Betrüger aktiv: "Es gab schon Fälle in Frankreich, Spanien oder Griechenland."<BR><BR>Haftung & Schutz</P><P>Verbraucher merken meist nichts, wenn sie ausspioniert werden. Erst wenn die Gauner mit den gefälschten Karten abheben, ist der Schreck groß. Sie können aber beruhigt sein: "Kunden werden ausnahmslos freigestellt", erklärt Rainer Herrmann. "Die Kreditwirtschaft zahlt den Schaden." In diesem Jahr waren es bislang 2,5 Millionen Euro, im Vorjahr 1,9 Millionen Euro. Hermann empfiehlt Betroffenen, ihre Bank zu informieren und die Karte sperren zu lassen.</P><P>"Die Kunden sollten die Augen offen halten und die Polizei informieren, wenn sie Verdächtiges an einem Automaten feststellen, den sie öfters nutzen", rät Eduard Liedgens. Im Visier der Täter lägen meist Maschinen außerhalb des Banken-Foyers, da es dort keine Kameraüberwachung gibt. Häufig werden sie dann nur für wenige Stunden am Abend manipuliert. Dann machen sich die Täter mit Gerätschaften und Geheimnummern wieder aus dem Staub.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Schlechte Stimmung bei Audi: Manager beklagen „desaströse Nicht-Entscheidungen“
Bei Audi gibt es dicke Luft: Manager des Autobauers äußern nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ in einem internen Papier harsche Kritik am Vorstand und an Chef …
Schlechte Stimmung bei Audi: Manager beklagen „desaströse Nicht-Entscheidungen“
Lufthansa-Chef sieht aktuell keine Übernahme von Air Berlin
Air Berlin hat Schulden von über einer Milliarde Euro. Die will sich die Lufthansa nicht aufhalsen. Eine Übernahme der Berliner durch die Frankfurter bleibt also …
Lufthansa-Chef sieht aktuell keine Übernahme von Air Berlin
IG Metall macht Arbeitszeit zum beherrschenden Tarifthema
Die Gewerkschaft sieht ihren Kampf um kürzere Arbeitszeiten als Erfolgsgeschichte. Doch der Daueraufschwung weicht die erreichte 35-Stunden-Grenze immer mehr auf. Neue …
IG Metall macht Arbeitszeit zum beherrschenden Tarifthema
Deutsche Bauern nach Krisenjahren wieder zuversichtlich
Für viele Landwirte waren es harte Zeiten - zwei Jahre in Folge sackten die Gewinne drastisch ab, aus denen die Betriebe auch noch Investitionen finanzieren. Jetzt hellt …
Deutsche Bauern nach Krisenjahren wieder zuversichtlich

Kommentare