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Die meisten Menschen wollen rechtzeitig für die Trauerfeier am Friedhof vorsorgen. Die Sterbegeldversicherung ist selten die beste Wahl.

Vorsicht bei Sterbegeld-Policen

München - Ältere Menschen sorgen sich, dass nach ihrem Tod kein Geld für die Beerdigung da ist. Genau hier wittern Versicherungen ein Geschäft. Sogenannte Sterbegeldpolicen sind aber nur selten sinnvoll. Dafür gibt es lohnende Alternativen.

„Wollen Sie Ihre Kinder in finanzielle Schwierigkeiten stürzen?“ Mit dieser Frage schüren Versicherungsvertreter ein schlechtes Gewissen. Denn auf der Tasche liegen wollen die meisten Senioren ihren Angehörigen nach dem Tod nicht. Sie lassen sich zu einer Sterbegeldpolice überreden und zahlen so in eine fragwürdige Versicherung ein.

So funktioniert es

Sterbeversicherungen sind kleine Kapitallebensversicherungen. Mit den Beiträgen werden Verwaltungskosten, ein Sparanteil und der Risikoschutz bezahlt. Letzterer hält immer bis zum Lebensende. Beim Tod erhalten die Angehörigen die sogenannte garantierte Leistung. Da die Versicherung den Sparanteil verzinst, können sie sogar mehr Geld bekommen. Die meisten Sterbekassen rechnen mit einem Zins von über 2,25 Prozent.

Beim Abschluss sollte man auf die Versicherungen mit oder ohne Gesundheitsfragen achten. Werden diese gestellt, können Interessenten abgelehnt werden. Wird darauf verzichtet, muss der Kunde bis zu 36 Monate warten, bis die Versicherung greift. Stirbt er vorher, erhalten die Angehörigen nicht die volle Versicherungssumme, sondern entweder den bereits eingezahlten Anteil abzüglich der Kosten oder einen Anteil der Versicherungssumme. Eine Ausnahme ist der Unfalltod.

„Zwei bis vier Wochen nach Kenntnis des Todesfalls müssen sich die Angehörigen bei der Versicherung melden“, erklärt Susanne Götz von der Verbraucherzentrale Bayern. Dazu müssen die Angehörigen aber wissen, ob es eine Sterbegeldversicherung gibt und wo die Police liegt.

Kaum gute Angebote

„Eigentlich ist es eine Versicherung, die keinen Sinn macht“, sagt Götz. „Denn die Kapitalanlage ist mit der geringen Verzinsung nicht lukrativ.“ Im Rentenalter rentiert sich die Sterbegeldversicherung wegen des hohen Risikoanteils überhaupt nicht. Auch die Jüngeren sollten vor der Unterschrift prüfen, ob sie die Police wirklich brauchen.

Trotz des großen Angebots empfiehlt „Finanztest“ nur drei Anbieter: Debeka, HDH und SKD. Frauen, die Mitte vierzig abschließen, zahlen für gute Angebote zwischen 13 und 16 Euro im Monat. Männer zahlen zwei Euro mehr, da ihre Lebenserwartung kürzer ist.

Die Alternativen

Die beste Alternative ist, Geld auf ein gut verzinstes Sparkonto einzuzahlen oder es als Tagesgeld anzulegen. „Mit der Bank kann man genau festlegen, dass nur im Todesfall der Bevollmächtigte Zugriff darauf hat“, erklärt Susanne Götz. Im Bankerdeutsch nennt sich das „Vollmacht über den Tod hinaus“. Diese Variante hat einen weiteren Vorteil: Im Notfall kommt der Sparer ohne Schwierigkeiten an das Geld. Eine Sterbegeldversicherung könne man zwar auch kündigen. „Aber man bekommt nur den Rückkaufswert, das bedeutet einen finanziellen Verlust.“

Eine weitere Möglichkeit: Man wählt statt der Sterbe- eine preiswerte Risikolebensversicherung und spart den Rest. Laut „Finanztest“ schlägt diese Variante bei einer Verzinsung von über drei Prozent alle Sterbekassen. Bei den über 65-Jährigen reichen schon zwei Prozent Zinsen. Dieses Modell schützt aber eher die Hinterbliebenen. Etwa wenn der Mann als Alleinverdiener einen Kredit aufs Haus aufgenommen hat. Von der Versicherungssumme kann die Familie auch die Bestattung zahlen.

Von Ingrid Müller

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