Vorsicht bei Zuverdienst: Wenn der Nebenjob die Rente frisst

- Mit Beschäftigungen als Babysitter, Hausmeister, Gärtner, Tagesmutter oder Internethändler versuchen immer mehr Menschen, ihre Einkünfte aufzubessern. Angesichts schmaler werdender Renten ist auch für viele über 60 Jahre alte Menschen der Hinzuverdienst ein finanzielles Standbein geworden. Für andere ist es eine Möglichkeit, beruflich aktiv zu bleiben. Allerdings müssen Rentner und Hausfrauen vorsichtig sein: Wer zu viel nebenher verdient, gefährdet möglicherweise seinen Anspruch auf staatliche Altersversorgung.

<P>Rentner über 65<BR>Wer bereits 65 Jahre alt ist, darf uneingeschränkt hinzuverdienen, ohne seinen Rentenanspruch zu verlieren. Allerdings muss er seinen Verdienst - das gilt auch für jüngere Rentner, die Nebenjobs ausüben _ wie jeder andere Steuerzahler ganz normal versteuern.</P><P>Rentner unter 65<BR>Ein Rentner, der jünger ist als 65 Jahre, darf nur innerhalb bestimmter Grenzen hinzuverdienen, ohne seinen Rentenanspruch zu verlieren. Bezieht er eine Vollrente, darf er diese monatlich nur um 345 Euro brutto aufbessern als Selbstständiger oder für einen Arbeitgeber, ohne Abzüge von seiner Vollrente in Kauf nehmen zu müssen. Verdient er mehr als 345 Euro, erhält er unter Umständen noch eine Teilrente (zwei Drittel oder die Hälfte der Vollrente), da hierfür höhere Hinzuverdienstgrenzen gelten. Erst wenn der Rentner sämtliche geltenden Verdienstgrenzen überschreitet, geht der Anspruch auf Altersrente komplett verloren. Allerdings kann dieser wieder aufleben, sobald der Rentner wieder weniger hinzuverdient. Er muss dann aber einen neuen Rentenantrag stellen.<BR>Viele Rentner gehen irrtümlich davon aus, die 400-Euro-Verdienstgrenze eines Mini-Jobs gelte auch für sie. Zwar kann er das Geld sozialabgaben- und steuerfrei kassieren, aber er büßt ein Drittel seiner Rente ein. Wegen des Mehrverdienstes von 660 Euro im Jahr erhält er dann nur noch zwei Drittel seiner Vollrente. Die Verdienstgrenzen für Teilrenten errechnen sich individuell.</P><P>Hausfrauen<BR>Hausfrauen - hier: Ehefrauen ohne Hauptberuf - müssen bei ihrer nebenberuflichen Tätigkeit aufpassen, nicht ihre Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse zu gefährden. Übt die jobbende Hausfrau einen Mini-Job auf 400-Euro-Basis aus, muss sie weder Steuern zahlen noch Sozialversicherungsleistungen abführen. Sie bleibt in diesem Fall in der Krankenversicherung familienversichert, soweit ihr Ehemann gesetzlich versichert ist. Verdient sie aber regelmäßig auch nur einen Euro mehr im Monat, wird sie nicht nur steuer-, sondern auch sozialversicherungspflichtig und ist als Arbeitnehmerin automatisch selbst krankenversichert.<BR>Bei 345 Euro liegt die monatliche Verdienstgrenze für nebenberuflich selbstständig tätige Hausfrauen, soll die Familienversicherung bestehen bleiben. Hier zählt der steuerrechtliche Gewinn. Liegt die Versicherte mit ihren Einkünften über der Verdienstgrenze, endet die Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings kann sich die Hausfrau anschließend auch als nebenberuflich Selbstständige freiwillig weiterversichern. Die monatlichen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge werden dann mindestens aus 805 Euro bemessen, woraus sich insgesamt ein monatlicher Mindestbeitrag von rund 120 Euro ergibt.</P>

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