Vorstandsgehalt: Wer schweigt, soll büßen

- Berlin - Wer nicht sagt, was er verdient, soll Strafe zahlen oder sogar ins Gefängnis. Dies droht den Vorständen von Aktiengesellschaften, die ihre Gehälter nicht offen legen, nach den Vorstellungen von Bundesjustizministerin Brigitte Zypries. "Fehlende Angaben im Bilanzanhang - und dazu würde auch eine gesetzliche Pflicht zur Angabe der Vorstandsbezüge gehören - werden grundsätzlich mit einem Bußgeld bestraft", sagte die Justizministerin gegenüber dem Manager-Magazin online. Bei besonders schwerwiegenden Täuschungen sei sogar eine Freiheitsstrafe denkbar.

Allerdings würde Brigitte Zypries lieber auf ein Gesetz verzichten. Allerdings müssten die Dax-Vorstände die Karten dann freiwillig auf den Tisch legen, was die Mehrheit der deutschen Bosse bislang nicht will. Deren Haltung sei "unklug", so die Ministerin. "Wer sein Geld verdient, hat auch nichts zu verbergen."

Neben dem Grundgehalt sollen, so Zypries, auch Aktienoptionen und andere Vergütungsbestandteile offen gelegt werden. Außerdem denkt sie daran, dass in der Hauptversammlung eines Unternehmens über das Vergütungskonzept abgestimmt werden soll. Allerdings will sie dies nicht selbst in die Wege leiten. Sie wartet auf eine entsprechende Empfehlung der EU aus Brüssel.

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