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Großzügigkeit zahlt sich aus: Spenden reduzieren das steuerpflichtige Einkommen.

Serie Teil 3: Tipps zum Jahreswechsel

Serie: Vorteile noch in diesem Jahr sichern

München - In den kommenden Wochen kann man noch so einiges in die Wege leiten, um Geld zu sparen oder gar zu vermehren. In unserer Serie lesen Sie, was bis Jahresende erledigt sein sollte.

Rürup-Rente

Vor allem Selbstständige und gut verdienende Arbeitnehmer können „rürupen“: in Form einer privaten Rentenversicherung. Die höchste steuerliche Vergünstigung für 2009 ergibt sich bei einer Einzahlung in Höhe von 20 000 Euro (für Ehepaare: 40 000 Euro). 68 Prozent davon (beim Höchstsatz also 13 600 Euro für einen Single) können dann vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden. Natürlich kann auch jeder andere, niedrigere Euro-Betrag eingezahlt werden – mit entsprechend niedrigerer Förderung.

Spenden

Lesen Sie dazu auch:

Teil 1: Das sollten Sie bis Silvester erledigen

Teil 2: So können Sie bis zum Jahreswechsel Geld sparen

Großzügigkeit gegenüber Notleidenden oder gemeinnützig Tätigen honoriert der Fiskus seit dem vorvergangenen Jahr ebenfalls großzügig: Milde Gaben bis zu 20 Prozent vom Gesamtbetrag der Einkünfte können das steuerpflichtige Einkommen pro Jahr reduzieren. Von 60 000 Euro Jahreseinkommen kann also das steuerpflichtige Einkommen auf 48 000 Euro gedrückt werden – entsprechende Spendierfreude unterstellt. Wer noch tiefer in die Spendentasche gegriffen hat, der kann den überschießenden Betrag noch mit den nächsten Steuererklärungen geltend machen. Empfänger der Spenden können der Lieblingssportverein ebenso sein wie Kirchen oder die Deutsche Krebshilfe, aber auch Wohlfahrtsorganisationen und Universitäten. Wichtig: Ohne Vorlage beweiskräftiger Belege – Spendenbescheinigungen der Begünstigten – zeigen sich die Finanzämter im Regelfall stur. Bei Beträgen bis zu 200 Euro sind die Finanzbeamten aber nicht kleinlich: Es reichen im Regelfall die Überweisungsträger.

Steuerfreibetrag

Übersteigen die Werbungskosten 2010 voraussichtlich mindestens 1520 Euro (920 Euro Pauschbetrag plus wenigstens 600 Euro zusätzlich), so kann durch Eintragung eines Freibetrages auf der Steuerkarte erreicht werden, dass der Arbeitgeber ab Januar 2010 weniger Steuern abzieht als ohne Freibetrag. Beantragt werden kann auch die volle (einfache) Entfernung für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle – also auch für die ersten 20 Kilometer, die zwischenzeitlich ja „abgeschafft“, durch das Bundesverfassungsgericht aber wieder „eingeführt“ wurden.

Verjährung

Wer noch Schulden aus dem Jahr 2006 zu begleichen hat, etwa für den Kauf eines Fernsehgerätes, der kann darauf hoffen, dass sein Gläubiger die Frist, die am 31. Dezember 2009 abläuft, verstreichen lässt. Andererseits muss sich derjenige, der noch Geld zu bekommen hat, beeilen, will er seinen Anspruch noch durchsetzen. Dafür genügt weder eine telefonische Erinnerung noch eine schriftliche Mahnung. Maßgebend sind allein ein gerichtlicher Mahnbescheid (der noch vor Neujahr 2010 zugestellt wird) oder direkt eine Klage. Mit einem solchen „Titel“ kann dann noch 30 Jahre lang die Forderung geltend gemacht werden.

Weihnachtsfeier

Arbeitgeber können ihre Aufwendungen für eine Weihnachtsfeier als Betriebsausgabe vom steuerpflichtigen Einkommen abziehen, wenn sie „Maß halten“. Das heißt: Pro Beschäftigtem darf er maximal 110 Euro ausgeben. Sind Partner (zum Beispiel Ehe-, eingetragene Lebens-, nichteheliche Lebenspartner) mit eingeladen, so halbiert sich der Höchstbetrag auf 55 Euro. Das heißt: Die Gesamtkosten werden durch die Anzahl der Feiernden geteilt.

Werbungskosten

Arbeitnehmern, die im Jahr 2009 – etwa mit der Pauschale von 30 Cent für jeden Entfernungskilometer für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle – bereits bei 920 Euro angelangt sind, hilft jeder Euro, der zusätzlich für Werbungskosten ausgegeben wird, Steuern sparen. Das können zum Beispiel Fachbücher sein (Achtung: Das Finanzamt verlangt die Angabe des Titels auf der Quittung!) oder neue Möbel für das häusliche Arbeitszimmer (dessen steuerliche Anerkennung zwar 2007 weitgehend abgeschafft wurde, was aber zum einen nicht für benötigte Arbeitsmittel gilt, sondern nur für die auf das Arbeitszimmer entfallenden Mietkosten – inzwischen aber durch den Bundesfinanzhof, zum Beispiel für Lehrer, wieder aufgeweicht wurde). Auch eine berufliche Fortbildungsveranstaltung kann Steuern sparen helfen. Außerdem: Nicht vergessen werden sollten die Gewerkschaftsbeiträge.

Wolfgang Büser

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