+
"Wir haben Mercedes kontaktiert und Testergebnisse für die amerikanischen Dieselmotoren eingefordert", sagte der Direktor der US-Umweltbehörde, Christopher Grundler.

Testergebnisse eingefordert

US-Umweltbehörde verlangt von Daimler Aufklärung

Düsseldorf - Nach der jüngst eingereichten US-Sammelklage gegen Daimler wegen angeblich überhöhter Abgaswerte verlangt die US-Umweltbehörde EPA Aufklärung vom Autobauer.

Die US-Umweltbehörde EPA nimmt den Autobauer Daimler wegen Abgaswerten unter die Lupe. „Wir haben Mercedes kontaktiert und Testergebnisse für die amerikanischen Dieselmotoren eingefordert“, sagte EPA-Direktor Christopher Grundler dem „Handelsblatt“ (Montag). Damit reagiert die Behörde auf eine US-Zivilklage von Mitte Februar.

Hierbei geht es um bestimmte Diesel-Modelle von Mercedes-Benz, bei denen der Ausstoß von Stickoxid (NOx) laut Klägern die US-Vorschriften bei unter zehn Grad Celsius um das 65-fache überschritten wird. Dem Konzern werden Verstöße gegen Umweltgesetze und eine Irreführung der Verbraucher vorgeworfen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass die US-Umweltbehörde nach Bekanntwerden einer Zivilklage Daten einfordert. Eine Daimler-Sprecherin betonte am Montag, man setze kein „defeat device“ (Schummelsoftware) ein, die Sammelklage sei unbegründet. „Wir werden uns dagegen mit allen juristischen Mitteln verteidigen“, sagte sie. Man arbeite seit langem mit den US-Behörden konstruktiv zusammen und werde sie auch jetzt bei ihren Prüfungen unterstützen.

Die EPA wirft Daimler bisher keine Manipulationen vor, solche Anschuldigungen richten sich nur gegen VW. Bei den Vorwürfen in der Zivilklage geht es um die Stickoxid-Emissionen von Fahrzeugen mit BlueTec-Dieselmotoren. Bei der Mercedes-C-Klasse gab es in der Vergangenheit bereits Vorwürfe der Deutschen Umwelthilfe - zuletzt, nachdem das niederländische Prüfinstitut TNO erhöhte Abgaswerte festgestellt hatte.

Verbraucherklagen kommen in den USA häufig vor. Hinter dem Verfahren gegen Daimler steht der bekannte US-Anwalt Steve Berman, der bereits General Motors und Toyota mit Sammelklagen zu schaffen machte.

Einrichtungen zur Abgaskontrolle sind in der Autobranche durchaus verbreitet - damit soll der Motor geschont werden. Sie sind den Autoherstellern in den USA auch nicht verboten. Allerdings müssen diese Programme bei der Zulassung der Fahrzeuge offengelegt und von den Behörden genehmigt werden. Zu der Frage, ob Daimler eine Funktion zur Runterregelung der Stickoxid-Verbrennung einsetze und dies der EPA offengelegt habe, äußert sich der Stuttgarter Autobauer nicht.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Umfrage: Diesel-Fahrer denken über Umstieg nach
Fast jeder dritte Diesel-Fahrer würde beim nächsten Mal lieber einen Benziner kaufen, ergibt eine aktuelle Umfrage. Doch die Branche betont, die Technologie sei für den …
Umfrage: Diesel-Fahrer denken über Umstieg nach
Studie: Rabattschlacht der Autobauer nur leicht abgeschwächt
Essen (dpa) - Auf dem deutschen Automarkt geht die Rabattschlacht der Hersteller fast ungebremst weiter. Das Niveau der Preisnachlässe lag im April zwar unter dem …
Studie: Rabattschlacht der Autobauer nur leicht abgeschwächt
Spitzenwinzer: "Bezeichnungsdschungel" bei Wein lichten
Ist ein "Prädikatswein" besser als ein "Qualitätswein" oder hat er nur mehr Restzucker? Ist "Selection" etwas Besonderes? Die Bezeichnungen auf den Etiketten sind …
Spitzenwinzer: "Bezeichnungsdschungel" bei Wein lichten
Stimmung in Chinas Industrie schlechter als erwartet
Peking (dpa) - Die Stimmung in den Chefetagen chinesischer Industriebetriebe ist schlechter als erwartet. Der offizielle Einkaufsmanagerindex (PMI) im herstellenden …
Stimmung in Chinas Industrie schlechter als erwartet

Kommentare