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Verbraucherschützer üben Kritik

Vorwurf: Banken zocken Kunden mit Bereitstellungszins ab

Berlin - Die Grünen und Verbraucherschützer werfen den Banken vor, die Kunden mit zu hohen Bereitstellungszinsen für Kredite abzuzocken. Die Verbraucher würden in die Irre geführt.

Die Grünen und Verbraucherschützer haben den Banken wegen der Höhe der für Kredite geforderten Bereitstellungszinsen Täuschung der Verbraucher vorgeworfen. "Bereitstellungszinsen von bis zu drei Prozent pro Jahr bewirken eine massive Kostenintransparenz, weil die Angabe von Effektivzinsen umgangen wird. Banken leiten Verbraucher damit in die Irre", sagte Grünen-Finanzexperte Gerhard Schick der "Berliner Zeitung" vom Montag.

Bei Bereitstellungszinsen handelt es sich um Gebühren, die Banken ihren Kunden für einen Kredit in Rechnung stellen, der noch gar nicht in Anspruch genommen worden ist. Dies kommt häufig bei Immobilienfinanzierungen vor.

Kunden zahlen mehr Zinsen für Zeitraum, in dem sie den Kredit noch nicht abrufen

Dem Bericht zufolge liegen die Bereitstellungszinsen seit vielen Jahren bei fast allen Banken einheitlich bei drei Prozent pro Jahr oder 0,25 Prozent pro Monat. Allerdings hätten die Geldhäuser diese Höhe zu einem Zeitpunkt festgelegt, als das allgemeine Zinsniveau noch deutlich höher gewesen sei. Das habe inzwischen dazu geführt, dass Kunden für den Zeitraum, zu dem sie den Kredit noch nicht abrufen, höhere Zinsen bezahlen als für den Kredit selbst.

Die Grünen-Fraktion kritisierte in der "Berliner Zeitung", dass Immobiliendarlehen auf diese Art deutlich verteuert würden, ohne dass dies den Kunden sofort ersichtlich sei. Denn in der gesetzlich vorgeschriebenen Effektivzinsangabe für das Darlehen würden die Bereitstellungszinsen nicht aufgeführt.

Finanzexperte: Bereitstellungszins so "durch nichts zu rechtfertigen"

Der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Niels Nauhauser, sagte der "Berliner Zeitung", "ein Bereitstellungszins, der über dem Darlehenszins liegt, ist durch nichts zu rechtfertigen." Nauhauser forderte die Geldhäuser auf, generell in ihre Kreditverträge eine Formulierung aufzunehmen, die ausschließt, dass die Bereitstellungszinsen höher als die Darlehenszinsen sein können.

Eine Sprecherin des Bundesverbraucherschutzministeriums sagte dem Blatt, Bereitstellungszinsen von 0,25 Prozent pro Monat erschienen angesichts des Zinsniveaus zwar recht hoch. Eine pauschale Feststellung, die Bereitstellungszinsen seien deutlich überhöht, erscheine dennoch gegenwärtig nicht gerechtfertigt.

AFP

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