Vossloh mit Rekordergebnis

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Düsseldorf (dpa) - Der Verkehrstechnik-Konzern Vossloh hat im vergangenen Jahr bei Umsatz und Gewinn die eigenen Prognosen deutlich übertroffen. Die Erlöse stiegen um 21 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, der Gewinn verdreifachte sich auf 71,4 Millionen Euro.

Der Verkauf des Lokomotivenbaus sei kein Thema mehr, teilte die Vossloh AG (Werdohl) in Düsseldorf mit. Vossloh habe mit der Produktionsaufnahme in einem neuen Werk für Schienentechnik in China und dem Kauf von zwei US-Weichenherstellern die Internationalisierung weiter vorangetrieben. Für 2008 erwartet Vossloh mit 1,34 Milliarden Euro Umsatz und 91 Millionen Euro Gewinn erneut Rekordzahlen.

Das bisherige Sorgenkind Lokomotivenbau sei wieder ordentlich in Fahrt gekommen. Man könne damit Geld verdienen, wenn das Umfeld stimme, sagte Vorstandssprecher Werner Andree bei der Bilanzvorstellung. "Der Druck, etwas zu verändern, ist geringer geworden." Ein noch vor Jahresfrist im alten Vorstand überlegter Verkauf des Lokomotivenbaus steht nicht mehr zur Debatte: "Ich kann mir das Lokomotivengeschäft aus dem Konzern nicht wegdenken." Auch die Suche nach einem Partner scheint eingestellt. "Wir sind kein Schnäppchen mehr, was unser Lokomotivengeschäft betrifft", sagte Andree.

Vossloh will künftig weiter vor allem auf die Wachstumsmärkte in Asien und Amerika setzen. In China bauen die Werdohler Schienenbefestigungen für Hochgeschwindigkeitszüge. "Wir haben uns das patentieren lassen", sagte Technik-Vorstand Norbert Schiedeck. Die Strategie, mit dem Kauf von Weichenherstellern in Nordamerika diesen Markt zu erschließen, sei aufgegangen. "Wir können im Schlepptau eine erste Neubaustrecke von 90 Kilometern mit unseren Schienenbefestigungen ausstatten", sagte Schiedeck.

Zudem sieht der Verkehrstechnik-Konzern eine Renaissance beim Öffentlichen Personennahverkehr. Mit Elektrobussen der Düsseldorfer Tochtergesellschaft Kiepe und den Metrozügen der spanischen Tochtergesellschaft will Vossloh auch in diesem Geschäft weiter wachsen. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 5500 Mitarbeiter, davon 1210 in Deutschland.

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