VR-Banken warnen vor Finanzmarktregeln

Nürnberg - Die Volks- und Raiffeisenbanken in Bayern warnen vor den Folgen der geplanten schärferen Finanzmarktregeln für kleinere Regionalbanken und deren Kunden.

Aufgrund der dann höheren Mindestkapitalanforderungen müssten die Banken Kredite an den Mittelstand und die Mittelschicht mit wesentlich mehr Eigenkapital hinterlegen, erläuterte der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern (GVB), Stephan Götzl, am Donnerstagabend in Nürnberg. “Das wird einen Preiseffekt haben, und es wird einen Mengeneffekt haben.“ Kredite würden teurer und in geringerem Umfang vergeben. “Deshalb muss das zu einer Kreditklemme führen.“

Um eine Unterversorgung der Wirtschaft mit Krediten zu vermeiden, fordert der Genossenschaftsverband unterschiedliche Regeln für Regionalbanken sowie Groß- und Investmentbanken. “Man müsste wieder Geschäftsbanken von Spielbanken unterscheiden können“, betonte der GVB-Bezirkspräsident für Mittelfranken, Manfred Geyer.

Aktuell laufe es bei den Unternehmen in der Region gut, was sich unter anderem in einer gestiegenen Nachfrage nach geliehenem Geld sowie einer hohen Bautätigkeit zeige. Der Verband warnt jedoch, dass die Versorgung mit Krediten und damit die Möglichkeit von Investitionen in die mittelständische Wirtschaft Bayerns durch neue Anforderungen der EU (“Basel III“) gefährdet sei.

“Ziel muss es sein, eine Verteuerung von Mittelstandskrediten zu vermeiden“, betonte Götzl. Für Darlehen unter einer Million Euro müssten deshalb niedrigere Werte beim zu hinterlegenden Eigenkapital gelten. Entscheidend zur Bewältigung der Krise sei vielmehr, dass der außerbörsliche Wertpapierhandel, der Schattenbankenbereich und der graue Finanzmarkt stärker reguliert und kontrolliert würden.

dpa

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