VW-Affäre: Volkert und Gebauer kommen auf Anklagebank

- Braunschweig (dpa) - In der VW-Affäre um Schmiergelder, Lustreisen und Bordellbesuche auf Firmenkosten müssen sich Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert und der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vor Gericht verantworten.

Das Landgericht Braunschweig habe die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet, teilte das Gericht mit. Der Prozess werde nicht vor Mitte November beginnen, ein Termin steht noch nicht fest. Die Anklage legt Volkert Anstiftung zur Untreue in 48 Fällen und Gebauer Untreue in 40 Fällen zur Last. Beide werden gemeinsam auf der Anklagebank sitzen, das Verfahren gegen Gebauer sei nicht abgetrennt worden, so das Gericht.

Im Zuge der VW-Affäre, die im Sommer 2005 ins Rollen kam, hatte es zu Beginn 14 Beschuldigte gegeben. Bisher gab es zwei Prozesse. Der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl erhielt eine Geldstrafe von 39 200 Euro. Ex-Arbeitsdirektor Peter Hartz wurde zu zwei Jahren Haft auf Bewährung sowie rund 576 000 Euro Geldstrafe verurteilt.

Hartz hatte vor Gericht gestanden, den einflussreichen Volkert mit Sonderzahlungen in Millionenhöhe "gekauft" zu haben. Er hatte veranlasst, Volkert über Jahre hinweg Sonderboni in Höhe von fast zwei Millionen Euro zu zahlen. Dem Vernehmen nach soll Hartz als Zeuge in dem Prozess gegen Volkert und Gebauer befragt werden.

An Volkerts brasilianische Geliebte Adriana Barros sind den Ermittlungen zufolge knapp 400 000 Euro für Agenturleistungen geflossen, die niemals erbracht worden seien. Volkert hatte im Herbst 2006 wegen Verdunkelungsgefahr drei Wochen lang in Untersuchungshaft gesessen. Der frühere VW-Personalmanager Gebauer, der für die Betreuung Volkerts zuständig war, soll sich in 40 Fällen gemeinschaftlich mit Hartz der Untreue schuldig gemacht haben. Über den früheren VW- und Skoda-Manager Helmuth Schuster soll die damalige Lebensgefährtin von Gebauer 56 000 Euro für einen angeblichen Job von VW bekommen haben.

Volkert droht nach Justizangaben theoretisch eine Strafe von bis zu zehn Jahren, Gebauer eine Strafe von bis zu fünf Jahren. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft könne Gebauer eher als Volkert noch mit einer Bewährungsstrafe rechnen.

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