Audi Zentrum in München: Die VW-Tochter will keine neuen Verbrennermotoren mehr entwickeln.
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Audi Zentrum in München: Die VW-Tochter will keine neuen Verbrennermotoren mehr entwickeln.

„Keine neuen mehr entwickeln“

Volkswagen: Audi-Chef erklärt Verbrenner zum Auslaufmodell – Zweifel an IAA wegen Corona

  • Thomas Schmidtutz
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Audi will keine neuen Verbrennermotoren mehr entwickeln. Grund seien die immer schärferen Abgasnormen, sagt Audi-Chef Markus Duesmann. 

Ingolstadt - Audi-Chef Markus Duesmann sieht Verbrenner als Auslaufmodell. „Die EU-Pläne für eine noch strengere Abgasnorm Euro 7 sind technisch eine riesige Herausforderung bei gleichzeitig geringem Nutzen für die Umwelt. Das schränkt den Verbrennungsmotor extrem ein“, sagte Duesmann in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

„Wir werden keinen neuen Verbrennungsmotor mehr entwickeln, sondern unsere bestehenden Verbrennungsmotoren an neue Emissionsrichtlinien anpassen“, kündigte Duesmann an.

Audi: Verbrenner bleibt Modell für Länder mit fehlender Lade-Infratstruktur

Allerdings machte Duesmann deutlich, dass es bis zum endgültigen Ende des Verbrenners noch ein langer Weg sei. Es gebe viele Länder außerhalb Europas, in denen die Stromversorgung und das Netz nicht mit „unserem vergleichbar“ seien und der Aufbau einer Ladeinfrastruktur noch sehr lange dauere. Daher werde es den Verbrennungsmotor noch eine Weile geben, sagte Duesmann. Der Ingenieur gilt als enger Vertrauter von VW-Konzernchef Herbert Diess. Vor seinem Wechsel nach Ingolstadt war der 51-jährige Einkaufsvorstand bei BMW.

Audi will in fünf Jahren 20 Elektro-Modelle anbieten. Nach dem großen SUV e-tron und dem teuren Sportwagen e-tron GT soll im April der kleine SUV Q4 e-tron folgen, der „für viele Menschen erschwinglich und der Einstieg in die E-Mobilität bei Audi sein“ soll. Er werde sich „gut verkaufen und für erhebliche Stückzahlen sorgen“, sagte Duesmann. Die mit hohen Strafzahlungen verbundenen EU-Grenzwerte werde Audi einhalten.

Audi-Chef skeptisch für IAA

Für die im September in München geplante Automesse IAA zeigte sich der Audi-Chef skeptisch: „Ich wünsche, es gibt eine in dem geplanten Format“, sagte Duesmann. „Aber die Pandemie verläuft so unabsehbar, dass meine Zuversicht aktuell ehrlich gesagt begrenzt ist.“ (dpa/utz)

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