Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Beim größten Autobauer der Welt könnte es für die Luxussport-Marken eng werden.
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Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Beim größten Autobauer der Welt könnte es für die Luxussport-Marken eng werden.

Neuausrichtung in Wolfsburg

VW: Nach Bugatti steht nun auch hinter der Zukunft dieser Super-Luxusmarke ein Fragezeichen

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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VW-Chef Herbert Diess arbeitet mit Hochdruck an der Neuausrichtung des Wolfsburger Autobauers. Dabei schreckt der Konzern-Boss auch vor Sportwagen-Ikonen nicht zurück.

  • Volkswagen steht mitten im Umbau zu einem Anbieter von E-Mobilität.
  • Konzern-Chef Herbert Diess stellt dabei alles in Frage.
  • Für einen Verbleib der Superluxus-Marken im Konzern könnte es eng werden.

München – Der Wolfsburger Autobauer Volkswagen* prüft neben dem möglichen Verkauf von Bugatti* nun auch die Optionen für eine weitere Luxusmarke. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Danach bereite der Konzern eine mögliche Abspaltung der Luxussportwagen-Marke Lamborghini vor. Volkswagen sei „dabei, Lamborghini rechtlich zu verselbstständigen“, zitierte die Agentur eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Möglicherweise wolle VW den italienischen Sportwagenbauer später an die Börse bringen, hieß es. Die Mehrheit wolle Volkswagen jedoch behalten, berichtet Reuters.

VW-Aufsichtsrat diskutiert Zukunft der Luxusmarken-Gruppe

Laut Reuters habe der Volkswagen-Aufsichtsrat am vergangenen Freitag neben Lamborghini und der italienischen Motorrad-Marke Ducati auch über die Zukunft von Bugatti gesprochen. Dabei sei es um die E-Strategie der beiden Super-Luxussportwagen-Hersteller und um mögliche Partner oder Investoren für beide Unternehmen gegangen.

In der Vergangenheit hatte es wiederholt Berichte um die Zukunft der Luxus-Marken im VW-Konzern gegeben. Bereits vor einem Jahr hatte die US-Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, VW prüfe eine Börsennotierung oder einen Verkauf der Italiener. Konzern-Chef Herbert Diess wolle die Ressourcen stärker auf die Kernmarken VW, Porsche und Audi ausrichten, hieß es damals. Auch ein Verkauf von Bugatti werde geprüft, hatte Bloomberg vor Jahresfrist geschrieben.

VW: Konzern will Bugatti laut Bericht nach Kroatien verkaufen

Erst vor wenigen Tagen hatte auch das Manager-Magazin berichtet, dass Volkswagen einen Verkauf von Bugatti an den kroatischen Supersportwagen-Bauer Mate Rimac vorbereite. Der Deal solle bis Jahresende abgeschlossen sein.

Mit Preisen von rund einer Million pro Fahrzeug gilt Bugatti als edelste Marke im VW-Konzern. Zu den bekanntesten Bugatti-Fans gehört Cristiano Ronaldo. Der Fußball-Star von Juventus Turin hat neben dem Bugatti Centodieci noch einen Bugatti Veyron und einen Bugatti Chiron in seiner Garage.

Auch Lamborghini ist bei Fussball-Stars sehr beliebt. Zu den bekennenden Lambo-Fans gehört etwa Pierre-Emerick Aubameyang. Der Gabuner hat neben einem gold-farbenen Lamborghini Huracán Spyder noch zwei Lambo Urus und einen Lambo Aventador Roadster in seinem Fuhrpark. Auch Ex-Bayern-Profi Franck Ribéry steht auf die Sportmarke.

Die Spekulationen um die Zukunft der Luxusmarken hatten am Mittwoch neue Nahrung erhalten. Konzernchef Herbert Diess hatte auf der virtuellen Hauptversammlung wichtige Weichenstellungen noch im laufenden Jahr angekündigt. Volkswagen müsse „sich wandeln von einer Sammlung wertvoller Marken“ zu einem Digitalunternehmen, das Millionen vernetzter Elektrofahrzeuge zuverlässig betreibe. PS-Boliden wie Lamborghini oder Bugatti dürften in dieser Strategie kaum ihren Platz haben. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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