1. Startseite
  2. Wirtschaft

VW-Chef Diess: Lahmes China-Geschäft könnte ihn in den Abgrund reißen

Erstellt:

Von: Markus Hofstetter

Kommentare

VW Vorstandschef Herbert Diess
VW-Chef Herbert Diess muss das Ruder in China herumreißen, um seine Position zu retten © Carsten Koall/dpa/Archivbild

VW-Chef Diess muss um seinen Posten kämpfen. Durch das schlechte China-Geschäft könnte er eine wichtige Unterstützung im Streit mit dem Betriebsrat verlieren.

Wolfsburg - Bereits seit Wochen liegt VW-Chef Herbert Diess im Clinch mit dem Betriebsrat. Doch bisher konnte ihm dies nicht viel anhaben, da mit den Familien Piëch und Porsche die Großaktionäre des VW-Konzerns hinter ihm stehen.

Wirkliche Gefahr für Diess könnte nun aus Asien kommen. „In China brennt die Hütte“, zitiert die WirtschaftsWoche einen VW-Insider. Damit ist gemeint, dass sich der Absatz in dem Land unterirdisch entwickelt. Diess, der für das Geschäft in China persönlich verantwortlich ist, soll selbst gesagt haben, dass die Joint Ventures des Konzerns 30 Prozent verloren hätten. Und dass, obwohl der Markt in China im ersten Halbjahr 2021 um 27 Prozent gewachsen sei, 13 Prozentpunkte mehr als der VW-Absatz.

Schwaches China-Geschäft wird zur Gefahr für VW-Chef Diess: Großteil des Absatz sind Autos mit Verbrennungsmotor

Durch die schwache Entwicklung des Geschäfts in China könnte Diess den Rückhalt bei den Großaktionären verlieren. Gelingt es ihm nicht, dass Ruder herumzureißen, könnten sie ihm in der Zukunft im Streit mit der Betriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo ihre Unterstützung versagen.

Die Haltung der Großaktionäre ist verständlich. Denn China ist der wichtigste Absatzmarkt von Volkswagen. Der Autohersteller macht in China nicht nur 41 Prozent seines Absatzes, sondern laut WirtschaftsWoche auch ein Drittel des Konzerngewinns.

Ein Großteil des Absatzes wird jedoch mit Autos mit Verbrennungsmotor erzielt. Fast jeder fünfte in China verkaufte Diesel- oder Benziner-Neuwagen wird in einem VW-Werk oder dem eines VW-Joint-Ventures montiert.

Schwaches China-Geschäft wird zur Gefahr für VW-Chef Diess: große Konkurrenz durch einheimische Hersteller

Doch der Verkauf von E-Autos verläuft schleppend. Nach Informationen der WirtschaftsWoche gibt es 100 Wettbewerber auf dem E-Automarkt, von denen viele besser aufgestellt sind als VW. So kam BYD im Oktober auf 41.000 verkaufte Fahrzeuge, SAIC-GM-Wuling sogar auf 48.000.

Tesla hat demnach in diesem Monat zwar 48.000 E-Autos in China gebaut, von denen aber nur 14.000 dort abgesetzt wurden. Der Rest ging in den Export. GAC Aion brachte 13.000 Elektrofahrzeugen an den Mann. Das ist auch das Verkaufsniveau der gesamten ID-Markenfamilie von VW.

Auch interessant

Kommentare