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„CO2-Steuer anheben“: VW-Chef Diess präsentiert Forderungskatalog an die Politik - und kassiert Häme

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Von: Markus Hofstetter

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VW Vorstandschef Herbert Diess
VW-Vorstandschef Herbert Diess hat zalhlreiche Forderungen an die Politik © Carsten Koall/dpa/picture alliance

Die Stimmen der Bundestagswahl sind kaum ausgezählt, da präsentiert VW-Chef Herbert Diess der Politik seine Wünsche - und sorgt damit für Aufregung im Netz.

Wolfsburg - Die Bundestagswahl* ist gerade erst vorbei, da prescht Herbert Diess* mit einem Forderungskatalog an die künftige Bundesregierung vor. Auf Twitter veröffentlichte der Chef von Volkswagen* einen ziemlich konkreten 10-Punkteplan, der in die Koalitionsverhandlungen mit einfließen soll. 

VW-Chef Diess stellt per Twitter Forderungen an Regierung: Gemeinde reagiert gemischt

Bei der Twitter-Gemeinde stoßen Diess‘ Forderungen auf ein geteiltes Echo. Es reicht von „Was für ein Schwachsinn“ über „So redet einer, der 50-60x so viel verdient wie ein Facharbeiter“, bis hin zu „Das sind sehr gute Empfehlungen, die Deutschland richtig voranbringen können!“ Doch bei Weitem überwiegen die negativen Kommentare. 

Zu Diess‘ Forderungen gehören, den CO2-Preis schon 2024 (statt frühestens 2026) auf 65 Euro pro Tonne (statt 55 Euro) zu erhöhen, die Subventionen für fossile Kraftstoffe zu beenden, die erneuerbaren Energie deutlich auszubauen, Elektrodienstautos zu fördern und die Kaufprämie für Elektrofahrzeuge beizubehalten. Eher ungewöhnlich für den Chef eines Automobilkonzerns ist, dass die Städte auch durch eine Förderung von Fahrrädern udn E-Bikes attraktiv bleiben sollen.

VW-Chef Diess: Forderung nach höherer CO2-Steuer sorgt für für stellt per Twitter Forderungen an Regierung: alles nur Eigeninteresse des Konzerns?

Vor allem der Punkt, den CO2-Preis früher und stärker zu erhöhen sorgt in der Twitter-Gemeinde für sarkastische Reaktionen. Denn das würde das Tanken für den Besitzer eines Benziners oder Diesels weiter verteuern. Alleine die Einführung des CO2-Preises zu Beginn dieses Jahres hat bei Benzin und Diesel zu einem Preisanstieg von fast zehn Cent pro Liter geführt. Bei einem Preis von 65 Euro würden weitere 15 bis 20 Cent hinzukommen. Auch die Forderung nach einer Beendigung der Subventionen für fossile Kraftstoffe macht viele fassungslos.

Viele User unterstellen dem VW-Boss, dass er nicht an die Umwelt denkt, sondern an den Absatz seiner Elektroautos. „Das ist mir schon klar, dass sie einen höheren CO2 Preis wollen. Schließlich will VW seine Produktion komplett auf Elektro-Mobilität umstellen. Das wäre nicht gut für VW, wenn man weiter Benziner fördern würde“, schreibt Mathieu La Boum.

Auch der User Gordon mutmaßt, dass VW nur Profit mit dem Elektroauto-Hype machen wolle. „Einmal alle Verbrenner ersetzen ist doch die Goldgrube hoch 10 für Ihre eigene Geldbörse.“ Es kommt aber auch zur Sprache, dass sich dadurch die E-Autos verteuern werden, da bei der Batterieproduktion jede Menge CO2 anfällt.

VW-Chef Diess stellt per Twitter Forderungen an Regierung: Die betroffenen Menschen sollten mit eingebzogen werden

Doch die Twitter-Community macht sich auch Gedanken über die sozialen Auswirkungen. „Schön wie sich Einkommensmillionäre für Dinge stark machen, die sie selber nicht ausbaden müssen. Sollen die Pendler und Familien, die aufs Land fliehen mussten, aus Kostengründen doch schauen, wo sie bleiben,“ schreibt SpacePirate_B. Eine Userin meint, dass bei solchen Überlegungen auch Menschen auf dem Land, die auf ihr Auto angewiesen seien, einbezogen werden sollten.

Doch es gibt auch Zustimmung. So meint Electric Car Fan: „Nein, das wäre nicht gut für den Planeten, wenn man eine veraltete Technik wie den Verbrennungsmotor jetzt noch jahrelang künstlich am Leben erhalten würde. E-Autos werden sich auch ohne jegliche Förderung durchsetzen, nur eben etwas langsamer.“

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