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Volkswagen-Chef Matthias Müller

Diskussion um Diesel-Fahrverbote

VW-Chef Müller beklagt "Verunsicherung" - und stellt Forderung

Volkswagen-Chef Matthias Müller hat die Diskussion um Fahrverbote für Dieselautos in deutschen Innenstädten beklagt und die Bundesregierung zu einer klaren Regelung aufgefordert.

Wolfsburg - "Die Verunsicherung ist groß. Das spüren wir auch an den Diesel-Bestellungen, die merklich zurückgegangen sind", sagte Müller der "Rheinischen Post". "Wenn die Behörden den Kunden keine Zusicherung geben, dass sie weiter mit ihrem Diesel in die Städte dürfen, können wir nachrüsten, so viel wir wollen."

Mit Blick auf den Diesel-Gipfel am 2. August forderte der VW-Chef von der Bundesregierung eine Absage an Fahrverbote. "Ich erwarte vor allem, dass es auf Bundesebene eine Lösung gibt, die für unsere Kunden Verbindlichkeit herstellt", sagte er. Bislang entscheiden die Kommunen, ob sie wegen hoher Schadstoffbelastung in der Luft Fahrverbote für Dieselautos erlassen.

Müller entschuldigte sich in dem Interview erneut für den Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen. "Wir stellen das Unternehmen deswegen auch auf den Kopf, damit so etwas in Zukunft nicht mehr möglich ist", sagte er. Alleine in Deutschland seien bereits mehr als 1,8 Millionen VW-Diesel umgerüstet worden.

Die Dieselaffäre war vor knapp zwei Jahren ins Rollen gekommen, als Volkswagen nach US-Ermittlungen einräumte, in Fahrzeugen eine Schummelsoftware eingesetzt zu haben. Diese sorgte dafür, dass der Schadstoffausstoß bei Tests durch die Behörden niedriger ausfiel als später auf der Straße. Die diversen Entschädigungen und Strafzahlungen, die Volkswagen allein in den USA zugesagt hat, summieren sich auf mehr als 22 Milliarden Dollar.

Müller will weiter in die USA reisen

Trotz der Verhaftung einzelner VW-Managern in den USA im Zuge der Affäre will Müller weiter in die Vereinigten Staaten reisen. "Gegen mich liegt ja nichts vor", sagte er der "Rheinischen Post". Die USA seien "ein schönes Land und ein für uns sehr wichtiger Markt".

Zum Bericht des "Spiegel" über angebliche Kartellabsprachen der deutschen Autobauer wollte sich der VW-Chef nicht äußern. Das Nachrichtenmagazin berichtet in seiner aktuellen Ausgabe, dass VW mit seinen Töchtern Audi und Porsche, BMW und Daimler sich seit den 90er Jahren in geheimen Arbeitsgruppen unter anderem bei der Technik zur Abgasreinigung abgesprochen und womöglich auf diese Weise den Weg für den Dieselskandal geebnet haben sollen.

Deutschlands oberster Verbraucherschützer forderte angesichts der Kartellvorwürfe eine Beteiligung von Verbrauchervertretern am geplanten Diesel-Gipfel. "Die Dieselbesitzer stehen vor einem Totalschaden: Sie könnten für ein womöglich unzulängliches Auto einen durch Kartellabsprachen in die Höhe getriebenen Preis gezahlt haben", sagte Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, der "Bild"-Zeitung.

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) haben für den 2. August Vertreter von Ländern und Gemeinden sowie der Autoindustrie zur ersten Sitzung des "Nationalen Forum Diesel" eingeladen. Bei dem Treffen sollte es um Lösungsstrategien für eine Stickstoffdioxidreduzierung bei den Dieselfahrzeugen gehen.

afp

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