Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Zum Jahresende muss der Autobauer erneut Kurzarbeit anmelden.
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Volkswagen-Zentrale in Wolfsburg: Zum Jahresende muss der Autobauer erneut Kurzarbeit anmelden.

Infektionen bei Zulieferer

Wegen Corona: Volkswagen drosselt Produktion im Stammwerk und geht in Kurzarbeit

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die Corona-Pandemie hat den Wolfsburger Autobauer VW im laufenden Jahr zurückgeworfen. Seit Sommer hat sich die Lage aber allmählich gebessert. Doch jetzt kommt der nächste Nackenschlag.

Wolfsburg - Volkswagen* muss die Produktion im Wolfsburger Werk wegen der Corona-Pandemie unerwartet drosseln. „Die Maßnahme greift ab der Nachtschicht von Montag auf Dienstag“, sagte ein Unternehmenssprecher am Freitag. Betroffen seien auch zuliefernde Bereiche im Braunschweiger Werk. Als Grund nennt der Autobauer einen kurzfristigen Produktionsausfall eines deutschen Zulieferers wegen Corona-Infektionen in der Belegschaft.

Volkswagen: Kurzarbeit für Arbeiter aus Wolfsburg

Um die Auswirkungen zu minimieren, werde an Gegenmaßnahmen und Alternativen gearbeitet, teilte VW mit. Ziel sei die schnellstmögliche Fertigung von Autos, die durch den Ausfall jetzt nicht in Wolfsburg produziert werden könnten. Unternehmensleitung und Betriebsrat hätten sich darauf verständigt, für die betroffenen Beschäftigten Kurzarbeit anzuzeigen. Um wie viele Mitarbeiter es dabei geht, teilte VW zunächst nicht mit. Von den Ausfällen ist offenbar die Produktion des Golf- und Golf-Variant* und damit zwei der insgesamt vier Produktionsstraßen betroffen.

VW: Minimalziel in Gefahr

Nach den aktuellen Planungen sollen die Weihnachtsferien im Wolfsburger Stammwerk am 21. Dezember starten. Der letzte Arbeitstag ist damit der 18. Dezember. Im laufenden Jahr sollten am Konzernsitz insgesamt rund 500.000 Autos vom Band laufen. Mit der kurzfristig angesetzten Kurzarbeit könnte das Unternehmen diese Marke nun verfehlen.

Die Gesamtproduktion in Wolfsburg wird von vielen Mitarbeitern aufmerksam verfolgt. Erst Mitte September hatte VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh neue Baureihen für das Werk am Mittellandkanal gefordert und zur Begründung auf die Fabrikkosten verwiesen. Erst ab einer Jahresproduktion von 700.000 Fahrzeugen komme Wolfsburg „auf einen grünen Zweig“. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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