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Erbitterter Machtkampf bei VW: Für Konzernchef Diess wird es jetzt ganz eng

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Von: Michelle Brey

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Bleibt Herbert Diess Vorstandsvorsitzender von Volkswagen?
Bleibt Herbert Diess Vorstandsvorsitzender von Volkswagen? © Carsten Koall/dpa

Wie endet der Eklat um VW-Chef Herbert Diess? Mit Stellenabbauplänen geriet er unter Beschuss und zog die Wut des Aufsichtsrats auf sich.

München - Muss er gehen - oder bleibt er? Seit Wochen ist die Zukunft von Volkswagen*-Konzernchef Herbert Diess ungewiss. Anfang November hatten die Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat Diess das Misstrauen ausgesprochen. Seitdem der 63-Jährige im September über einen umfangreichen Stellenabbau spekulierte, steht er unter Beschuss.

VW-Aufsichtsratssitzung: Pötsch soll Diess aus dem Raum geschickt haben

In einer Aufsichtsratssitzung im September hatte Diess dem Handelsblatt zufolge seine Pläne für den Stellenabbau offenbart. Die Zeitung versuchte die Sitzung zu rekonstruieren. Die Details wurden von Aufsichtsräten nicht offiziell bestätigt, der Rekonstruktion sei allerdings auch nicht widersprochen worden, merkte das Handelsblatt an.

So habe Diess gegen Ende der Sitzung das Wort ergriffen. Auf die Ausführungen hinsichtlich seines Jobabbauplans erhielt er heftige Kritik von nahezu allen Seiten. Betriebsratschefin Daniela Cavallo, Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sollen Diess widersprochen haben. Anschließend sei Diess von Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch sogar aus dem Raum geschickt worden. Auf einen Vorschlag von Pötsch hin, habe sich das Gremium schließlich darauf geeinigt, dass Diess die Aufträge für den Stellenabbau wieder einkassieren solle.

VW-Chef Diess unter Beschuss: Stellenabbaupläne sorgen für extremen Wirbel

Doch seither sorgen die Pläne um einen Stellenabbau für immensen Wirbel. Schon zuvor soll der Vorstandsvorsitzende - an der Belegschaftsvertretung vorbei - Sparvorschläge von anderen Managern eingeholt haben. Das verärgerte die Betriebsratschefin Cavallo.

In einer Betriebsversammlung, die Diess zunächst nicht besuchen wollte, attackierte sie ihn vor Zehntausenden Beschäftigten. Im Schlagabtausch um die Stellenabbaupläne von Diess positionierte sie sich deutlich. Sie bezeichnete die Pläne als „Unfug“. Auch Weil deutete seine Unzufriedenheit an. Es gebe bei Volkswagen eine große „Verunsicherung, die überall um sich greift“.

VW-Chef Diess: Aufsichtsräte finden keinen Konsens - Katar zweifelt

Angesichts der jüngsten Entwicklung wachsen die Fragezeichen hinter Diess‘ Zukunft. Laut Handelsblatt blieb auch nach intensiven Diskussionen zwischen den führenden Aufsichtsräten die Einigung auf einen Kompromiss über die weitere Zusammenarbeit aus. Ein Verbleib an der Spitze von Europas größtem Unternehmen? Für Diess scheint es jetzt offenbar ganz eng zu werden.

Denn auch bei Katar - dem drittgrößten Aktionär von VW - sollen die Zweifel an Herbert Diess* wachsen, wie das Handelsblatt unter Bezug auf das Umfeld des Investors berichtete. Die Uhr tickt. Denn am 9. Dezember will der Aufsichtsrat den Investitionsplan für die kommenden fünf Jahre beschließen. Dann sollte auch die Spitzenpersonalie geklärt sein. (mbr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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