Ein VW-Mitarbeiter mit einem Mund- und Nasenschutz steht in der Produktion neben einem Auto im Werk in Wolfsburg. Volkswagen hat die Produktion schrittweise wieder gestartet.
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Golf-Produktion bei VW in Wolfsburg: Der Konzern hat mehrere Extra-Schichten im November überraschend gestrichen.

Automobil

VW: Überraschung in Wolfsburg - Konzern sagt geplante Extraschichten im Stammwerk plötzlich wieder ab

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Bei VW ist die Nachfrage zuletzt wieder deutlich angesprungen. In Wolfsburg hat der Konzern für den November Extra-Schichten vereinbart. Doch ein Teil wird nun wieder gestrichen.

  • VW hat nach dem Corona-Tief aus dem Frühjahr zuletzt wieder Tritt gefasst.
  • Neben neuen Modellen profitierte der Konzern dabei auch von staatlichen Kaufanreizen.
  • Doch jetzt hat der Konzern eigentlich geplante Extra-Schichten wieder abgeblasen.

München. Der Autobauer Volkswagen* streicht geplante Zusatzschichten* in seinem Stammwerk in Wolfsburg überraschend zusammen. Die bislang im November vorgesehenen Extra-Einsätze an den vier Samstagen würden entfallen, sagte ein Konzernsprecher am Montag gegenüber Merkur.de*.  An den drei vereinbarten Sonntagsschichten im November halte man jedoch fest. Zuerst hatten die Wolfsburger Nachrichten über die Absagen berichtet.

Kurzfristige Änderungen an Produktionsplänen seien durchaus üblich, heißt es bei VW. Die Entwicklung habe jedoch nichts mit einem möglichen Nachfrage-Rückgang zu tun, versicherte der Sprecher. Die Auftragslage sei positiv. Die deutschen und europäischen Werke der Marke VW seien derzeit „zu 100 Prozent ausgelastet“. Es gebe daher „keinen Anlass zur Sorge“. Auch Spekulationen, wonach die kurzfristigen Streichungen möglicherweise auf fehlende Teile zuführen seien, wies der VW-Sprecher zurück.

VW: Starke Nachfrage

Ähnlich wie bei den meisten anderen Autobauern hinterlässt die Corona*-Pandemie auch im Zahlenwerk von VW tiefe Spuren. Im dritten Quartal hatte sich die Lage jedoch wieder deutlich aufgehellt. Von Juni bis August fuhr die Kernmarke VW operativ einen Gewinn von gut einer halben Milliarde Euro ein. Noch im zweiten Quartal hatte VW einen operativen Verlust von fast zwei Milliarden Euro ausgewiesen.

Neben neuen Modellen profitierte VW zuletzt auch von höheren staatlichen Kaufanreizen für E-Autos sowie Hybride. Zudem hatte die Bundesregierung zum 1. Juli die Mehrwertsteuer von 19 auf 16 Prozent abgesenkt. Die Regelung ist bis Jahresende befristet. Nun ziehen viele Haushalte ohnehin geplante Autokäufe offenbar vor. 

VW: Corona-Pandemie hinterlässt große Lücke im Zahlenwerk

Wie groß die Lücke aber noch ist, zeigt ein Blick auf die Neunmonatszahlen. Von Januar bis September ging der Konzernumsatz um 16,7 Prozent auf 155,5 Milliarden Euro zurück. Bei den Absatzzahlen klaffte nach den ersten drei Quartalen eine Lücke von 18,7 Prozent auf 6,5 Millionen Fahrzeuge.

VW produziert im Stammwerk in Wolfsburg unter anderem den Tiguan sowie den Golf und weitere Golf-Varianten wie den neuen Golf Variant. Der erst Anfang September vorgestellte Kombi auf Basis des Golf VIII soll noch im laufenden Jahr ausgeliefert werden. Wegen ordentlicher Zuschläge sind die Extraschichten bei den Mitarbeitern eigentlich beliebt. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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