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Volkswagen will Stellen abbauen

Tausende Mitarbeiter betroffen

Wegen zu hoher Fixkosten: Volkswagen will Personal früher in Rente schicken

  • Josef Forster
    vonJosef Forster
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Volkswagen muss sparen. Der Wolfsburger Autobauer will Mitarbeiter:innen früher in Rente schicken, vor allem ein Konzernbereich soll von den Sparmaßnahmen betroffen sein.

Wolfsburg - Gut 120.000 Mitarbeiter:innen beschäftigt die Volkswagen-Kernmarke allein in Deutschland. Ein hoher Kostenfaktor für die Wolfsburger, die im harten Wettbewerb mit neuen Herausforderern wie Tesla oder Apple ihre Ausgaben reduzieren wollen. Abhilfe soll das „Fixkostenprogramm“ bringen: Bis 2023 sollen die Fixkosten im Unternehmen um insgesamt 5 Prozent fallen. Um die Einsparungen zu erreichen, baut der Konzern seine Altersteilzeit-Regelungen aus.

Volkswagen: Neue Regelung zur Altersteilzeit soll Personalkosten reduzieren

Wie der Konzern am heutigen Sonntag verlautbart, handelten Betriebsrat und Vorstand eine neue Altersteilzeit-Regelung aus. Demnach öffnen die Wolfsburger die bestehenden Angebote zur Altersteilzeit auch für den Jahrgang 1964. Eine elegante Lösung, die Personalkosten zu drücken, ohne Entlassungen vorzunehmen. Volkswagen unterbreitet zudem älteren Mitarbeiter:innen neue Angebote zum Vorruhestand. Wie viele Angestellte die Initiative des Konzerns wahrnehmen, bleibt abzuwarten. Das Handelsblatt rechnet mit 5000 Stellen, die Volkswagen auf diese Weise kürzt, wohingegen die dpa eine „niedrige vierstellige Zahl von Beschäftigten“ nennt.

Wie das Handelsblatt schreibt, richtet sich das Angebot vor allem an Angestellte in der Verwaltung. Konzernchef Herbert Diess habe in der Vergangenheit die mangelnde Produktivität in der Konzernverwaltung angeprangert. Die Angebote zur Altersteilzeit und Vorruhestand sollen wohl die Verwaltung verschlanken.

Volkswagen will Stellen abbauen - trotz steigender Verkaufszahlen

Bei Volkswagen dürfen Stellen nur „sozialverträglich“ abgebaut werden, da im Unternehmen bis 2029 Beschäftigungssicherung gilt. Auch im internen Stellenmarkt soll es Änderungen geben. Das „Level Freeze“-Programm hält die Personalobergrenze konstant, neue Stellenausschreibungen sollen so intern besetzt werden. Betriebsratsvorsitzender Bernd Osterloh betont, dass die Stellenreduzierungen „nicht auf auf dem Rücken der übrigen Beschäftigten erfolgen“. Eine „Arbeitsverdichtung“ werde es nicht geben, heißt es in der Mitteilung des Konzerns weiter.

Trotz der Corona-Pandemie ziehen die Verkäufe der Volkswagen-Kernmarke wieder an. Auch wenn der Autobauer in Westeuropa und Nordamerika weiter Einbußen verzeichnet, zeigt sich vor allem der wichtige asiatische Markt im Vorjahresvergleich stark verbessert. Für den Februar meldete die Volkswagen-Kernmarke eine Steigerung der Verkaufszahlen um 30 Prozent.

Trotzdem müssen die Wolfsburger ihre Kosten drücken. Der Ausbau der E-Auto-Palette belastet die Finanzplanung. So „bedarf es weiterhin eines strikten Kostenmanagements, um die erforderlichen Investitionen in die Zukunft zu finanzieren“, merkt Gunnar Kilian, Personalvorstand Volkswagen AG, in der Mitteilung vom Sonntag an. Der Konzern arbeitet daran, die Produktivität zu steigern. Wohl auch, um im Elektro-Segment dem US-Konkurrenten Tesla den Rang abzulaufen. (jjf/dpa)

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