VW-Gelände in Emden/Niedersachsen: Von hier aus werden Konzernfahrzeuge in die ganze Welt verschifft
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VW-Gelände in Emden/Niedersachsen: Von hier aus werden Konzernfahrzeuge in die ganze Welt verschifft.

Export von neuen Fahrzeugen

Greenpeace mit kurioser Attacke - Aktivisten entern Hafengelände und ärgern VW

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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VW wird zum Ziel von Greenpeace. Aktivisten dringen in ein Hafengelände ein und setzen zahlreiche Neuwagen außer Gefecht. Der Vorwurf: gespielte Umweltfreundlichkeit.

Emden - Der Klimawandel ist in vollem Gange und Organisationen wie Greenpeace weisen auf die Bedrohung hin, wenn Industrie und Wirtschaft nicht zügig dringend notwendige Veränderungen vorantreiben. Bei einer Protestaktion gegen Volkswagen haben Aktivisten der Umweltschutzorganisation im niedersächsischen Emden hunderte Autoschlüssel von Neufahrzeugen entwendet.

VW: Greenpeace-Aktivisten entern Hafenterminal und klauen Autoschlüssel

Die Polizei teilte mit, dass 30 bis 40 Menschen in das umzäunte Betriebsgelände eines Hafenterminals eindrangen, von wo aus die Konzernfahrzeuge - also auch jene der Tochtermarken Audi, Bentley und Co. - in die ganze Welt exportiert werden. Den Greenpeace-Mitgliedern war es gelungen, etwa 300 bis 400 Autoschlüssel abzuziehen und zu entwenden, eine zweistellige Anzahl sei später aufgefunden worden.

Dem Bericht nach hatte sich ein Großteil der Greenpeace-Aktivisten bereits wieder vom Gelände entfernt, als Einsatzkräfte der Polizei anrückten. 14 Protestler konnten aufgespürt werden, um die Personalien zu überprüfen. Es folgen Ermittlungen aufgrund Hausfriedensbruchs sowie besonders schwerem Diebstahl.

VW mit Doppelmoral? Darum geht es bei dem Protest der Umweltorganisation

Mit der Maßnahme in Emden hat es Greenpeace auf den weltweiten Verkauf von VW-Modellen mit Verbrennern abgesehen. Dabei fährt Europas größter Autobauer ohnehin eine Elektro-Strategie und die damit einhergehende Abkehr von Benzin- und Dieselmotoren. Der Umweltorganisation geht das jedoch nicht schnell genug: Man fordert den VW-Konzern parallel zu einem Stopp des weltweiten Verkaufs von Autos mit Verbrennungsmotor bis 2025 auf. Allerdings handelt es sich bei dem Anliegen um eine komplexe Thematik: Bei der CO2-Bilanz der verschiedenen Antriebsarten spielen zahlreiche Faktoren eine Rolle.

Volkswagen stelle aktuell zwar gern neue Elektromodelle "ins Rampenlicht", exportiere allerdings weiterhin "Diesel und Benziner in hoher Stückzahl", so der Vorwurf in einem veröffentlichten Bericht. Wenige Tage zuvor machte Greenpeace auf ein weiteres Problem aufmerksam: eine unglaubliche Verschwendung im Hause Amazon. (PF mit AFP)

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