1. Startseite
  2. Wirtschaft

Elektrischer Bulli-Erbe: Aus dem Kultbus von VW wird ein Luxustransporter

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Freiwah

Kommentare

VW Bulli als gemalter Hippie-Bus: In der Erbfolge wird der legendäre Transporter von einem Elektroauto abgelöst
VW Bulli als gemalter Hippie-Bus: In der Erbfolge wird der legendäre Transporter von einem Elektroauto abgelöst. © P. Royer/Imago

VW vollzieht den nächsten Umbruch einer traditionsreichen Modellreihe und bringt einen elektrischen Bulli-Nachfolger. Der neue Transporter wird kein Schnäppchen.

München/Wolfsburg - In wenigen Wochen enthüllt der Volkswagen-Konzern* eine Neuheit, welche das Elektro-Zeitalter auch im Bereich Bus und Firmen-Transporter merklich vorantreiben wird: den VW ID Buzz. Als Studie wurde der geräumige Elektro-Van auf 2017 einer Automesse in Detroit vorgestellt, mehr als fünf Jahre später steht die Premiere des serienreifen E-Modells an.

Zunächst kommt der VW ID.Buzz als „zivile“ Ausführung und das vermutlich zu teuren Preisen: Kaum weniger als 60.000 Euro soll der elektrische Bulli-Nachfolger als Neuwagen kosten, ehe sukzessive günstigere Varianten nachgereicht werden. Dabei handele es sich dann um Elektro-Transporter mit kleineren Akkus. Außerdem kommt mit dem ID Buzz Cargo ein VW-Bus, der speziell für gewerbliche Zwecke konzipiert ist - zum Beispiel Handwerksbetriebe.

VW vor Premiere des ID.Buzz - Weniger Tempo und Reichweite als Elektro-Modellbrüder

Genauere Angaben bezüglich Preis dürften im März veröffentlicht werden, wenn die Premiere des E-Transporters aus Hannover (Standort der Produktion) stattfindet. Was die Reichweite betrifft, wird die neue Transporter-Generation der Sparte VW Nutzfahrzeuge laut WLTP-Zyklus bis zu 420 Kilometer elektrisch stromern. Das bedeutet einen reellen Wert zwischen 300 und 400 km, je nach Fahrweise und Stromverbrauch.

Weitere Leistungsdaten des Elektro-Bullis: Der 77 kWh große Akku generiert für den im Heck verbauten E-Motor eine Leistung von 150 Kilowatt (204 PS), die Höchstgeschwindigkeit des VW ID.Buzz wird bei Tempo 145 km/h elektronisch abgeriegelt, zum Zwecke der Energieersparnis. Damit ist der Elektrobus aus Niedersachsen ein Stück weit langsamer, als der Rest der VW-ID-Familie - ID.3 und Co. stromern bis zu einer Geschwindigkeit von 160 km/h.

VW ID.Buzz als Prototyp: Die Transportertochter VW Nutzfahrzeuge bringt einen elektrischen Bulli-Nachfolger
VW ID.Buzz als Prototyp: Die Transportertochter VW Nutzfahrzeuge bringt einen elektrischen Bulli-Nachfolger. © -

Weil der ID.Buzz auch in Sachen Reichweite trotz gleichem Aggregat weniger Reichweite als beispielsweise das SUV VW ID.4 bietet, dürfte das Leergewicht merklich höher sein und deutlich über zwei Tonnen liegen. Dazu hüllt sich der Konzern jedoch bislang in Schweigen, daher handelt es sich um Spekulation. Parallel zur Elektrostrategie prüft VW übrigens weiter alternative Antriebsformen - und investiert in den Bereich Brennstoffzellentechnologie.

VW ID.Buzz kommt im Herbst - Teurer Elektro-Bus soll mittelfristig günstiger werden

Im Herbst sollen erste Ausführungen des VW ID.Buzz auf die Straßen kommen. Mit schwächeren Antriebsvarianten wird der Preis der Elektro-Neuheit im späteren Verlauf in den 50.000-Euro-Bereich gedrückt. Dann soll auch ein 50 kWh großer Akku verbaut werden, der eine Reichweite von bis zu 300 km ohne Nachladen ermöglicht. Für mehr Power und Traktion wird es zudem einen zweiten, an der Vorderachse verbauten E-Motor geben - mit einem Output von 299 kW bzw. 406 PS.

Darüber hinaus wird - vermutlich 2023 - eine Großraumvariante nachgereicht: Statt einer Länge von rund 4,70 Meter misst der ID.Buzz von VW dann knapp fünf Meter, mit entsprechend mehr Platz für die Insassen - und einer optionalen dritten Sitzreihe. Das Preisniveau der aktuellen Transporter-Generation T6 dürfte der elektrische VW Bulli zumindest als Neuwagen nicht mehr erreichen: Da geht es im Jahr 2022 für knapp unter als 40.000 Euro los.

Abseits davon will Volkswagen den legendären Sportwagenbauer Porsche an die Börse bringen. Eine wesentliche Rolle spielt hierbei der Wettkampf mit Tesla. (PF) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare