Automesse in München

IAA 2021: VW zeigt Elektroauto der Zukunft, Fans sind gespalten -„Dienstfahrzeug der Teletubbies“

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Emissionslos, erschwinglich und pragmatisch: Diese Attribute verkörpert eine Elektroauto-Vision von VW, die jedoch noch auf sich warten lässt. Die Fans sind geteilter Meinung.

München/Wolfsburg - Die IAA Mobility zeigt, wie sich die Autoindustrie motorisierte Mobilität der Zukunft vorstellt. Volkswagen nutzt bei der Messe im Osten der Stadt eine großflächige Plattform, um aktuelle Neuheiten und Visionen für die anstehende Verkehrswende vorzustellen.

Ein Fahrzeug, das beim Volkswagen-Areal heraussticht, ist der VW ID.Life: eine Art Kleinwagen-SUV als Einstiegsmodell der nächsten Generation. Mit erschwinglichen Preisen, überschaubaren Abmessungen (rund vier Meter Länge) und einem trendigen, schnörkellosen Äußeren zielt der futuristische Volkswagen-Buggy primär auf jüngere Käuferschichten ab.

VW ID.Life: Kleines Elektroauto mit erschwinglichen Preisen - und einem Problem

Bei dem ausgestellten Exponat handelt es sich um ein Concept-Car - das Serienmodell* wird Stand jetzt erst im Jahr 2025 in den Verkauf starten. Gemäß der Konzernstrategie handelt es sich um ein VW-Elektroauto, das auch im Bereich Konnektivität eine Weiterentwicklung zu den heutigen Modellen darstellt. So lasse sich das spätere Fahrzeug schon fast komplett per mobilem Endgerät steuern - zumindest was die einstellbaren Komponenten abseits des Fahrens betrifft.

Der mutmaßliche Ausblick auf den späteren VW ID.2 steht auf der Elektro-Plattform MEB* und soll als Einstiegsversion für ca. 20.000 Euro erhältlich sein. Sollte die staatliche E-Auto-Prämie dann noch Bestand haben, würde die VW-Neuheit Tausende Euro günstiger werden - hier besteht also durchaus Schnäppchen-Potenzial. Speziell für urbane Gebiete sei der Volkswagen-Entwurf zugeschnitten. Interessant ist, dass die Studie VW ID.Life primär aus nachhaltigen Materialien gefertigt werden soll, ein minimalistisches Erscheinungsbild stehe im Vordergrund. Produziert werden soll der spätere VW ID.1 dem Vernehmen nach in Spanien.

Außen- und Innenspiegel sind aufgrund Kameratechnologie hinfällig. Die Nutzung virtueller Medien spielt bei dem „Fahrerlebnis“ eine große Rolle. Wie Markenchef Ralf Brandstätter schilderte, gehe es um die „Integration des Autos in die Lebenswelt“. Und die spielt sich schon heute bekanntermaßen zum großen Teil digital ab.

VW präsentiert auf der IAA Mobility ein Elektro-SUV der Zukunft - in Form der Studie ID Life.

Auch mit einer traditionellen Beschäftigung könnte das Lifestyle-Elektroauto von Volkswagen* punkten: Vom Fahrzeug aus könne man nachts in den Sternenhimmel gucken, lässt der Autobauer wissen.

Neues VW-Elektroauto lässt noch auf sich warten - „Baut wieder Autos“

Und die Antriebstechnologie? Ungewöhnlicherweise hat der kleine VW-Crossover ID.Life einen E-Motor an der Frontachse verbaut, mit 172 kW bzw. 234 PS entfaltet das Aggregat eine beträchtliche Durchzugskraft. Die Hochvoltbatterie mit 57 Kilowattstunden ermöglicht angeblich eine Reichweite von bis zu 400 km gemäß WLTP. Dabei dürfte es sich jedoch allenfalls um eine Momentaufnahme handeln.

Wie kommt der auf der IAA präsentierte E-Autoentwurf bei den Fans der Marke an? Natürlich gespalten. Während zahlreiche Anhänger ihr Lob äußern und ihre Lieblingsmarke auf dem richtigen Weg wähnen, gibt es auch hämische Kommentare: „Sieht aus wie ein Dienstfahrzeug der Teletubbies“, findet ein VW-Follower. Ein User kann dem Innovationsdrang der Autohersteller nicht nur Positives abgewinnen: „Noch ein paar einfach zu bedienende Knöpfe für Funktionen wie Lautstärke und Heizung wären auch toll gewesen.“ Etwas radikaler drückt sich dieser Herr aus: „Das ist ja grauenhaft. Back to the Future bitte. Nehmt euch das zu Herzen und baut wieder Autos, nicht fahrende Mülleimer.“

Derweil wollen die Grünen im Falle einer möglichen Regierungsbeteiligung bei der Verkehrswende den nächsten Schritt gehen. Das machte der langjährige Parteivorsitzende Cem Özdemir gegenüber Merkur.de deutlich. (PF) *Merkur.de und tz.de gehören zum Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Mladen Lackovic/Imago

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