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Volkswagen-Mitarbeiter James Robert Liang

Richterspruch in den USA

VW-Ingenieur in Abgasskandal zu 40 Monaten Haft verurteilt

Ein wegen der Diesel-Abgasaffäre angeklagter früherer VW-Ingenieur ist in den USA zu 40 Monaten Haft verurteilt worden.

Detroit - Ein Gericht in Detroit verhängte gegen James Robert Lang am Freitag zudem eine Strafe in Höhe von 200.000 Dollar (gut 168.000 Euro). Der 63-Jährige soll an der Entwicklung einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten direkt beteiligt gewesen sein.

Der zuständige Richter Sean Cox brummte dem langjährigen Konzerningenieur James Robert Liang am Freitag in Detroit eine Gefängnisstrafe von 40 Monaten und eine Geldbuße in Höhe von 200 000 Dollar auf. Der 63-jährige Deutsche wird beschuldigt, die USA über den Einbau einer illegalen Software zur Manipulation von Abgaswerten in Dieselwagen getäuscht zu haben. Cox sprach von einem „ernsten Verbrechen“, bei dem der Angeklagte eine „Schlüsselrolle“ gespielt habe.

Liang ist einer von acht amtierenden und früheren Mitarbeitern des VW-Konzerns, gegen die bislang wegen Verschwörung zum Betrug und Verstoß gegen Umweltgesetze US-Strafanzeigen gestellt wurden. Der nach eigenen Angaben seit 1982 bei VW tätige Dieselexperte hatte frühzeitig ein Geständnis abgegeben und mit den US-Ermittlern kooperiert. Das kam ihm beim Urteil zugute - die Strafe liegt deutlich unter dem gesetzlichen Höchstmaß von sieben Jahren Gefängnis und bis zu 400 000 Dollar Geldbuße.

Dennoch verhängte der Richter eine wesentlich härtere Strafe als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Die Strafverfolger hatten auf drei Jahre Haft und 20 000 Dollar Geldbuße plädiert. Volkswagen hatte im September 2015 nach Vorwürfen der US-Umweltbehörden eingeräumt, mit einer speziellen Software in großem Stil bei Abgastests getrickst zu haben. Nachdem die rechtlichen Konsequenzen auf Konzernebene durch mehrere milliardenschwere Vergleiche mit Klägern in den USA weitgehend abgeschlossen sind, versuchen die US-Behörden nun mit Hochdruck, die verantwortlichen Personen zu belangen.

dpa/AFP

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