Nach gründlicher Prüfung"

VW-Konzern: Neuere Dieselmotoren ohne Manipulationen

Wolfsburg - Der VW-Konzern schließt eine mögliche Ausweitung des Abgas-Skandals auf Teile seiner jüngeren Dieselmotoren-Generation EA 288 aus.

„Nach gründlicher Prüfung herrscht nun Klarheit, dass auch in Fahrzeugen mit EA 288 nach EU (-Abgasnorm) 5 keine Software verbaut ist, die eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne der Gesetzgebung darstellt“, hieß es am späten Nachmittag in einer Mitteilung des Unternehmens.

Zuvor hatte stundenlang Unsicherheit geherrscht, ob auch eine jüngere Dieselmotoren-Generation in den Strudel der Rückrufe geraten und sich das Debakel um millionenfache Manipulationen von Messwerten schädlicher Stickoxide auf noch mehr VW-Kunden ausweiten könnte.

Bisher hatte nur der Motor EA 189 im Fokus der Rückrufe gestanden - ein älterer Diesel, der nur bis zur Abgasnorm Euro 5 reichte. Am Donnerstag kam dann der Verdacht auf, auch die frühe Version des Nachfolgers EA 288 - ab 2012 zunächst ebenfalls gemäß der Euro-5-Norm im Einsatz - könnte eine Betrugssoftware in der Steuerung enthalten. Ein Konzernsprecher sagte, dass das Unternehmen die fraglichen EA 288 in ihrer anfangs hergestellten Euro-5-Norm noch untersuche.

Bisher steht fest, dass der Konzern alleine in Deutschland 2,4 Millionen Diesel zurückrufen muss. Die Aktion soll im Januar 2016 beginnen. „Wir haben keine Erkenntnisse, dass der EA 288 nach Euro 5 auch eine unzulässige Abschaltvorrichtung hat“, hatte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erklärt. Ein Sprecher der Behörde sagte aber zunächst auch: „Unsere Untersuchungen dauern an.“

Euro 6 ist eine striktere Norm als die vorherige Abgasvorgabe Euro 5 und gilt für Pkw seit diesem September. Aktuell stehen in den eigenen Autohäusern laut VW nur noch Modelle mit Euro-6-Zulassung.

Volkswagen hatte vor gut einem Monat eingeräumt, die Abgaswerte von Millionen Dieselwagen manipuliert zu haben. Ans Licht gebracht hatte den Fall die US-Umweltbehörde EPA. Der Konzern muss wegen des Abgas-Skandals allein in Deutschland bisher 2,4 Millionen Diesel in die Werkstatt rufen. Die Aktion soll im Januar beginnen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Geht es nach Donald Trump, soll die Hälfte aller chinesischen Einfuhren in die USA mit Strafen belegt werden. Peking will Vergeltung üben. Die beiden größten …
USA und China verschärfen Handelsstreit dramatisch
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
VW und Audi halten sich im Falle Stadler alle Optionen offen. Der Audi-Chef wurde beurlaubt und der bisherige Vertriebsvorstand Schot auf seinen Posten berufen. …
Audis kommissarischer Chef heißt Bram Schot
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Deutschlands Tor zur Welt klemmt derzeit. Zum Beginn der Sommerferien in einigen Bundesländern herrscht am Frankfurter Flughafen Anspannung. Staus wie zu Ostern sollen …
Lange Wartezeiten am Frankfurter Flughafen möglich
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?
Über positive Aufregung vor der Fußball-WM wollte Aldi Süd auf Facebook schreiben - und erlebte eine aus ganz anderen Gründe aufgeregte Kundin.
Frau lenkt Diskussion nach Aldi-Post in andere Richtung: Wurden wegen der WM tatsächlich viele Hunde getötet?

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.