VW-Korruptionsaffäre: Volkert und Gebauer angeklagt

Braunschweig - Zweieinhalb Jahre nach Bekanntwerden der Schmiergeldaffäre müssen sich Ex-Betriebsratschef Klaus Volkert und der frühere Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer vor Gericht verantworten. Es ist bereits das dritte Verfahren in dem Skandal um Schmiergeld, Sexpartys und Vergnügungsreisen auf VW-Kosten, der den Wolfsburger Autobauer zutiefst erschütterte.

Volkert und Gebauer werden vor dem Braunschweiger Landgericht Anstiftung zur Untreue und gemeinschaftlich begangene Untreue vorgeworfen. Sie gelten als Schlüsselfiguren in der Affäre. Der Prozess beginnt am Donnerstag.

Als Zeuge in dem Verfahren soll auch der frühere VW-Vorstandschef und heutige Vorsitzende des Aufsichtsrats Ferdinand Piëch aussagen, der bisher jede Verwicklung in den Skandal bestritten hat. Geladen ist ferner der ehemalige VW-Personalvorstand Peter Hartz, der im Laufe der Affäre zurückgetreten war.

Hartz war im Januar im ersten Prozess wegen der VW-Affäre zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung sowie einer Geldstrafe von 576 000 Euro verurteilt worden. Er hatte gestanden, Volkert mit fast zwei Millionen Euro Sonderzahlungen "gekauft" zu haben, um den mächtigen Betriebsrat auf seiner Seite zu halten. Der frühere VW-Betriebsrat und SPD-Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl war Mitte Juni zu 39 200 Euro Geldstrafe verurteilt worden war, weil er an Sexpartys auf Firmenkosten teilgenommen hatte.

Ein Urteil in dem neuen Prozess soll nach den derzeitigen Planungen am 24. Januar 2008 gefällt werden. Bisher sind neun Verhandlungstage angesetzt. Insgesamt 18 Zeugen sollen gehört werden. Volkert droht nach Justizangaben maximal eine Strafe von bis zu zehn Jahren. Gebauer, der die Vergünstigungen für Betriebsräte organisierte, muss mit einer Strafe von bis zu fünf Jahren rechnen. Die VW-Affäre war im Sommer 2005 ins Rollen gekommen.  (dpa)

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