Markus Söder (CSU): Der bayerische Ministerpräsident hat dem Lkw-Bauer MAN Unterstützung bei der Entwicklung von alternativen Antrieben zugesagt.
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Markus Söder (CSU): Der bayerische Ministerpräsident hat dem Lkw-Bauer MAN Unterstützung bei der Entwicklung von alternativen Antrieben zugesagt.

Alternative Antriebe

VW-Tochter: Lkw-Bauer MAN erhält Rückendeckung von der Staatsregierung

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Beim Münchner Lkw-Bauer MAN stehen die Zeichen derzeit auf Sturm. Aber zumindest bei der Entwicklung alternativer Antriebe gibt es Rückendeckung vom Freistaat.

  • Der Münchner Lkw-Bauer MAN steht angesichts umfassender Umbaupläne vor einem heißen Herbst.
  • Der Konzern will profitabler werden und dazu 9500 Stellen streichen.
  • Ministerpräsident Markus Söder will den Konzern bei der Neuausrichtung unterstützen.

Nürnberg - Der krisengeschüttelte Münchener Lkw-Bauer MAN will die Entwicklung von Elektroantrieben und Wasserstoff-Antrieben deutlich forcieren. So will das Unternehmen in den kommenden Jahren bei Bussen im öffentlichen Nahverkehr etwa den Fokus auf batteriegetriebene Fahrzeuge legen, teilte der Konzern am Montag am Rande eines Besuchs des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in Nürnberg mit.

Bei Lastwagen werde man ab dem kommenden Jahr bereits erste Prototypen mit Wasserstoff-Verbrennungsmotor und einem Antrieb mit Brennstoffzelle testen, hieß es. Ab 2023/24 sollten ersten Praxistests folgen.

MAN: Söder sagt Unterstützung bei Entwicklung alternativer Antriebe zu

Söder sagte MAN seine Unterstützung zu. „Bayern soll führender Standort für Wasserstofftechnologie werden“, schrieb Söder nach dem Besuch auf Twitter. Der Freistaat arbeite mit MAN bei der Entwicklung von Lkw-Wasserstoffmotoren in Nürnberg zusammen. Man zünde jetzt einen „Forschungsturbo für grüne Technologien“, schrieb Söder.

Der Münchner Lkw-Bauer steht vor einem umfassenden Konzern-Umbau. Insgesamt will der Konzern 9500 Stellen abbauen, 7000 davon alleine in Deutschland. Die Standorte Wittlich (Rheinland-Pfalz), Plauen (Sachsen) und Steyr (Oberösterreich) sollen komplett geschlossen werden. Der Betriebsrat hat massiven Widerstand angekündigt. Sollten die Pläne „so umgesetzt werden, brüllt der Löwe in fünf Jahren nicht mehr“*, hatte der Betriebsratschef des MAN-Werks in Steyr, Erich Schwarz, gewarnt.

Auch die Bayerische Staatsregierung hatte die Pläne abgelehnt. „Einschnitte in dieser Größenordnung wie sie jetzt im Raum stehen, werden wir nicht akzeptieren“, hatte der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) gegenüber Merkur.de gesagt.

Nach den Plänen soll die Fertigung der leichten und mittleren Baureihe von Steyr ins MAN-Werk nach Krakau verlegt werden. Davon wären rund 2300 Arbeitsplätze im Werk betroffen sowie weitere rund 2300 Stellen bei Zulieferern in der Region.

Zudem soll die Komponenten-Fertigung soll aus Salzgitter abgezogen werden und ebenfalls nach Polen gehen. Damit würden weitere 1400 Stellen am Standort in Niedersachsen gestrichen. Dazu kommen 1300 Stellen im Motorenwerk in Nürnberg. Die größten Einschnitte sind indes bislang in München geplant. Im MAN-Stammwerk und der Verwaltung sollen 3000 Arbeitsplätze abgebaut werden. (dpa/utz) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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