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VW-Manager Karl-Thomas Neumann steht vor einem Wechsel von VW zu Opel.

VW-Manager vor Wechsel nach Rüsselsheim

Dieser Mann soll Opel retten

Berlin/Rüsselsheim - Ein bei VW in Ungnade gefallener Manager soll Opel retten. Er darf aber erst im Sommer nach Rüsselsheim wechseln. Auf ihn wartet der vielleicht härteste Job der Branche.

Neuer Hoffnungsträger für Opel: Der frühere VW-China-Chef Karl-Thomas Neumann soll den angeschlagenen Autobauer aus der Dauerkrise führen. Der 51 Jahre alte Elektroingenieur will nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa im nächsten Sommer seinen Job als neuer Chef der Adam Opel AG in Rüsselsheim antreten. Sein Wechsel an die Spitze der Europatochter des US-Konzerns General Motors wurde auch in Branchenkreisen bestätigt. Unterschrieben sei aber noch nichts, hieß es. Auch ein Beschluss des Opel-Aufsichtsrats steht noch aus. Opel wollte am Freitag die Personalie nicht bestätigen.

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Der kurzzeitige Vorstandschef des Zulieferers Continental gilt als Technikfreak. Zuletzt war Neumann bei VW allerdings von seinem Posten als Chef für den wichtigsten Markt China abgelöst worden und arbeitete Informationen aus Branchenkreisen zufolge faktisch nicht mehr für den europäischen Marktführer. Gleichwohl muss Neumann voraussichtlich eine branchenübliche Sperrfrist von mehreren Monaten abwarten, bevor er seinen neuen Job antreten kann.

Die „Financial Times Deutschland“, die als erste über die Personalie berichtet hatte, zitierte am Freitag ein Aufsichtsratsmitglied von Opel mit den Worten: „Neumann an der Spitze wäre gut für Opel. Er hat das Format, das wir brauchen.“ GM hatte bereits in den vergangenen Monaten mit Finanzvorstand Michael Lohscheller und Marketing-Mann Alfred E. Rieck zwei VW-Manager in die Opel-Spitze berufen.

Der Spitzenjob bei Opel mit der britischen Schwestermarke Vauxhall gilt als einer der schwierigsten der Branche. Die Europa-Tochter belastet GM seit Jahren mit Milliardenverlusten. Allein in diesem Jahr rechnet der in den USA vom Staat gerettete und wiedererstarkte Konzern mit einem operativen Verlust von bis zu 1,4 Milliarden Euro aus seinem Europa-Geschäft.

Auf dem deutschen Markt brachte auch der Oktober nicht die erhoffte Erholung: Opel setzte mit knapp 16 000 Wagen 15,2 Prozent weniger ab als vor einem Jahr und behauptete nur noch einen Marktanteil von 6,1 Prozent.

Opel leidet wie andere Massenhersteller unter der Absatzkrise auf seinem Kernmarkt Europa, der zudem von deutlichen Überkapazitäten geprägt ist. In einer Allianz mit dem französischen PSA-Konzern sollen künftig gemeinsame Modelle entwickelt und möglicherweise auch gebaut werden. Mit den Gewerkschaften laufen schwierige Verhandlungen über ein langfristiges Sanierungskonzept. Sie stehen nun unter dem Vorbehalt, dass demnächst mit Neumann ein anderer Manager bei Opel das Sagen hat.

Bereits im Sommer hatte GM den erfolglosen Vorstand der Tochter umgekrempelt. Mitte Juli war Opel-Strategievorstand Thomas Sedran zum Interimschef gemacht worden. Er soll die Geschäfte führen, bis ein neuer Opel-Chef gefunden ist. Sein Vorgänger Karl-Friedrich Stracke

dpa

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