VW-Logo an der Fahrzeugfront: Vermutlich 2023 geht ein elektrischer Passat-Nachfolger an den Start (Symbolbild)
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VW-Logo an der Fahrzeugfront: Vermutlich 2023 geht ein elektrischer Passat-Nachfolger an den Start (Symbolbild).

Aufspaltung in zwei Modellreihen

VW-Mittelklasse: So cool werden der nächste Passat und die Elektro-Neuheit ID.6

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Volkswagen plant ein elektrisches Pendant zum VW-Klassiker Passat. Kunden sollten sich von eingefahrenen Denkmustern verabschieden.

Wolfsburg/München - Während die aktuelle Baureihe des VW Passat ihrem Produktionsende entgegenrollt, laufen die Planungen für den elektrischen Nachfolger auf Hochtouren. Für Anfang 2023 ist Vorstellung der Elektroauto-Neuheit anberaumt, die sowohl als Limousine wie auch als Kombi geplant ist. Zwischen den Premieren dieser beiden Varianten werde jedoch etwa ein Jahr liegen, erläutern Konzernkreise gegenüber Merkur.de.

Dass der Modellname bereits feststeht, ging in der Öffentlichkeit ein wenig unter: Die Elektroauto-Mittelklasse von Volkswagen (Themen-Übersicht*) wird unter dem Namen VW ID.6 an den Start gehen. Das verkündete Konzernchef Herbert Diess vor einigen Wochen. Das bedeutet allerdings nicht, dass es das für den langjährigen Bestseller bereits gewesen ist:

VW-Mittelklasse ID.6: Auch ein Passat-Nachfolger wird erscheinen

Etwa zeitgleich mit dem Serienmodell des Projekts „VW Aero B“ soll der Nachfolger VW Passat B9 erscheinen, erklärt ein Insider. Möglicherweise wird es die einst populäre Mittelklasse dann nur mehr als Kombi geben. Der wird analog zum aktuellen Modell aller Voraussicht nach wahlweise mit Benzin-, Diesel- oder auch Hybridmotor erhältlich sein.

Was die elektrifizierte Variante VW ID.6 betrifft, würde ein Jahr nach Vorstellung der ersten Variante (vermutlich die Limousine) die Präsentation des Kombis erfolgen. Bei der Designsprache müsse man „ein bisschen das alte Denken verlieren“, heißt es aus Wolfsburg. Zweifellos werden beide Modellausführungen stromlinienförmiger, mit fließenderen Formen. Während der Passat-Kombi Variant nach wie vor kastenförmig ist, handele es sich bei dem ID.6-Kombi um eine Art „Shooting Brake“.

Die Studie VW ID. Space Vizzion gewährt einen futuristischen Kombi-Ausblick, der knapp fünf Meter lang ist und dem Vernehmen nach seriennah sein soll. Das VW-Elektroauto basiert standesgemäß auf der MEB-Architektur*, der konzernweiten Elektro-Plattform. Ein prägnantes Merkmal ist, dass die Antriebstechnik im Fahrzeugboden verschwindet und das Platzgefüge im Innenraum größer wird. Derweil wurden einer Website Bilder der elektrischen VW-Limousine ID.6 zugespielt, die einen Prototypen bei einer Serpentinen-Fahrt zeigen. Die spärlich vorhandene Tarnung gewährt einen Vorgeschmack auf das spätere Serienmodell.

VW-Elektroauto ID.6: Mehr Platz im Innenraum - Verschiedene Leistungsstufen

Ziemlich sicher erscheint eine Neuerung, die bereits bei der Studie VW ID.Life zu beobachten ist: Die Mittelkonsolen werden bei den neuen Modellen kleinformatiger, weil der Getriebe-Wählhebel ans Lenkrad verschwindet. Ein weiterer Punkt, der bei Volkswagen-Elektroautos für mehr Bewegungsfreiheit sorgt. Außerdem sind Schalter und Knöpfe weitestgehend verschwunden, zugunsten einer digitalen und sprachgesteuerten Bedienung, in Form von einem kleinen Monitor hinter dem Lenkrad sowie einem riesigen Touchscreen über der Mittelkonsole.

VW-Studie ID.Vizzion auf einer Automesse: Das Serienmodell könnte bereits 2022 vorgestellt werden.

Und so könnte es antriebsseitig aussehen: Der VW ID.6 wird mutmaßlich mit zwei Elektro-Motoren (Allradantrieb) zu haben sein, und verschiedenen Leistungsstufen: im Raum stehen derzeit 132 kW (179 PS), 150 kW (204 PS) und 225 kW (306 PS). Wer keinen Strom sparen will, kann in etwa fünf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen, die Höchstgeschwindigkeit liege bei rund 175 km/h. Bei vernünftiger Fahrweise liege die potenzielle Reichweite bei nahezu 700 Kilometer, erläutern Konzernkreise. Per Schnelllader könne der VW-Stromer in einer halben Stunde bereits 80 Prozent Akku-Stärke haben. Gut möglich jedoch, dass die Werte bis zum Marktstart noch angepasst werden.

Derweil schlägt VW-Chef Herbert Diess Alarm: Wenn der laufende Umbau in Richtung E-Mobilität nicht gelinge, stünden 30.000 Stellen auf der Kippe. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA 

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