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VW-Stammwerk: In Wolfsburg sollen bis zu 3000 Stellen gestrichen werden

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Volkswagen: Im Stammwerk in Wolfsburg sollen in den kommenden Jahren Stellen wegfallen. Aber der Abbau dürfte weit hinter den Überlegungen von Konzern Herbert Diess zurückbleiben.
Volkswagen: Im Stammwerk in Wolfsburg sollen in den kommenden Jahren Stellen wegfallen. Aber der Abbau dürfte weit hinter den Überlegungen von Konzern Herbert Diess zurückbleiben. © Uli Deck/dpa

Überlegungen zum Abbau von 30.000 Stellen haben VW-Chef Herbert Diess beinahe den Job gekostet. Jetzt gibt es neue Überlegungen - betroffen ist das Stammwerk in Wolfsburg.

Hamburg - Die Zahl der Arbeitsplätze im Wolfsburger Volkswagen-Stammwerk* soll einem Magazin-Bericht zufolge in den nächsten Jahren um bis zu 3000 Stellen schrumpfen. Von den aktuell 13.000 Beschäftigten in der Produktion dürften zum Ende des Jahrzehnts noch etwa 10.000 übrig sein, berichtete das „Manager Magazin“ am Donnerstag unter Berufung auf nicht näher genannte „Entscheider“ des Unternehmens.

VW: Betriebsrat signalisiert Zustimmung

Betriebsratschefin Daniela Cavallo werde wohl mitmachen, zumal es keine Entlassungen geben werde, hieß es. Eine VW-Sprecherin verwies darauf, dass im Rahmen des Umbaus in Richtung Elektromobilität schon länger ein sozialverträglicher Abbau durch Altersteilzeit laufe. Neue Programme gebe es nicht.

Vom Betriebsrat hieß es, über die bekannten Programme vom Zukunftspakt über die Roadmap Digitalisierung bis zu den Zielen zur Produktivitätssteigerung hinaus sei ein weiterer Stellenabbau weder geplant noch angedacht. Ein Betriebsratssprecher verwies auf frühere Aussagen von Finanzchef Arno Antlitz, wonach diese Programme jetzt konsequent umgesetzt würden. „Eine Aussage darüber, wie die Beschäftigtenzahl in der Produktion des Stammwerkes zum Ende des Jahrzehnts konkret aussehen könnte, wäre pure Spekulation“, ergänzte der Sprecher der Arbeitnehmervertretung.

VW: Pläne würden weit hinter Vorstellungen von Konzernchef Diess zurückbleiben

Ein Abbau von 3000 Stellen bis 2030 würde weit hinter dem bleiben, was Konzernchef Herbert Diess vor einigen Monaten als Szenario für den Fall an die Wand gemalt hatte, dass die Transformation des Konzerns nicht gelingen sollte. Damals war die Rede von bis zu 30.000 Stellen. Das wäre ein Viertel der Belegschaft, für die der Haustarifvertrag in den deutschen Werken gilt. Betriebsbedingte Kündigungen sind bei VW außerdem bis 2029 ausgeschlossen.

Die Diskussion über Stellenabbau hätte Diess im Machtkampf mit dem Betriebsrat im vergangenen Jahr fast den Job gekostet. Erst nach wochenlanger Pendeldiplomatie war es Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch gelungen, einen Kompromiss zu erzielen. Dieser sah vor, dass Diess Konzernchef bleibt, aber einige Aufgaben abgeben musste. Insider vermuten, dass der Burgfrieden brüchig werden könnte, sollte die Debatte erneut losgetreten werden. Cavallo stellt sich bei den Betriebsratswahlen im März erstmals dem Votum der Belegschaft. Die Konkurrenz für die bei VW dominierende IG Metall ist diesmal besonders groß. Insgesamt stellen sich acht Listen zur Wahl. (rtr)

Im VW-Werk Kassel in Baunatal hingegen wurden erst kürzlich Investitionen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro verkündet*. *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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