Der Automarkt China ist für Volkswagen von großer Bedeutung - inklusive damit verbundener Umweltauflagen (im Bild VW Tayron)
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Der Automarkt China ist für Volkswagen von großer Bedeutung - inklusive damit verbundener Umweltauflagen (im Bild VW Tayron).

Umweltauflagen

VW muss mehrere hundert Millionen an Erzrivalen Tesla überweisen

  • Patrick Freiwah
    vonPatrick Freiwah
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Volkswagen arbeitet mit Hochdruck am Umbau Richtung E-Mobilität. Doch für China sind die Wolfsburger nicht schnell genug - sehr zur Freude von Tesla-Boss Elon Musk.

Wolfsburg/München - Die Umweltauflagen in China werden stetig strenger. Was für Land und Bevölkerung eine positive Entwicklung darstellt, ist für viele Hersteller mit einem Kraftakt verbunden: Schließlich ist China für Volkswagen und Co. längst der wichtigste Absatzmarkt weltweit - und das Reich der Mitte setzt voll auf Elektromobilität.

Wenngleich VW mit Vorstandschef Herbert Diess mit aller Macht den Wandel ins Strom-Zeitalter vorantreibt, ist der Autokonzern in China auf einen Deal angewiesen, um lokale Umweltanforderungen zu erfüllen. So wird der deutsche Autokonzern mit seinem chinesischen Joint-Venture "FAW-Volkswagen" von Rivale Tesla "Green Credits" erwerben - und das für eine stolze Summe. Und so wird der Deal ermöglicht:

VW: Green Deal mit Tesla

Für China wurde ein System konzipiert, das Autohersteller zur Fertigung und dem Verkauf von weniger umweltschädlichen Fahrzeugen animieren soll. In die Wertung der NEV-Credits (New Energy Vehicles) fallen Einsparungen bei Kraftstoffverbrauch und CO2-Ausstoß, dazu kommt die Produktion von Elektroautos oder Hybridmodellen. Um die gesetzlichen Vorgaben einhalten zu können, geht VW schließlich das Tauschgeschäft mit US-Rivale Tesla ein, der in einer Gigafactory in Schanghai selbst E-Autos herstellt. Im Hinblick auf Schadstoffemissionen hat der Elektro-Pionier eine „weiße Weste“ und kann es sich so leisten, überschüssige NEV-Credits zu veräußern.

Anfang April hatte die Agentur Reuters erstmals über die millionenschwere Abmachung zwischen den Autogiganten berichtet, mittlerweile gibt es auch eine konkrete Zahl: Danach kann sich Tesla von VW wegen China auf eine Zahlung von ungefähr 390 Millionen US-Dollar (rund 328 Millionen Euro) freuen.

VW und Tesla: Harter Wettbewerb in China

Wie lukrativ der Deal mit Emissionsgutschriften für Tesla insgesamt ist, zeigt sich daran, dass das Unternehmen von Elon Musk 2020 angeblich rund 1,33 Milliarden Euro mit diesem Geschäftsmodell eingenommen hat. Auch auf dem Heimatmarkt USA erhielt man Geld von einem Konkurrenten - Fiat Chrysler, das mit Opel zur Stellantis-Gruppe gehört.

Parallel erweitert Volkswagen im Verbund mit FAW für Asien die Produktion von Elektroautos: 2021 sollen weitere Stromer auf den Markt kommen. In diesem Hinblick hat VW nämlich Luft nach oben. E-Fahrzeuge des Konzerns sind in China nicht sonderlich populär. Stattdessen werden bislang eher SUV-Modelle mit Verbrenner gekauft, während Elektroautos anderer Hersteller einen Boom erleben. Im vergangenen Jahr verkaufte VW 2,16 Millionen Fahrzeuge in China - von über 25 Mio. insgesamt.

Jan Böhmermann legt sich gerne mit den Großen an. Kürzlich hat sich der Entertainer Volkswagen vorgeknöpft und einen Bogen geschlagen von der NS-Zeit bis zur Gegenwart. (PF)

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