Volkswagen: Mit einer neuen Software für den ID.4 (Foto) und seinen älteren Bruder ID.3 wollen die Wolfsburger den Druck auf Tesla weiter erhöhen.
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Volkswagen: Mit einer neuen Software für den ID.4 (Foto) und seinen älteren Bruder ID.3 wollen die Wolfsburger den Druck auf Tesla weiter erhöhen.

Software-Offensive

VW: Neue E-Modelle können ab jetzt, was bei Tesla schon Standard ist 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Volkswagen hatte beim Anlauf des ID.3 im vergangenen Jahr mit massiven Software-Problemen zu kämpfen. Mit einem Upgrade soll jetzt alles besser werden.

Wolfsburg – Im Rennen um die Vorherrschaft auf dem rasch wachsenden Markt für E-Autos erhöht VW den Druck auf Tesla. Ab sofort werden die neuen E-Modelle ID.3 und ID.4 ab Werk für Updates via Mobilfunk bzw. WLAN ausgerüstet, kündigte das Unternehmen am Mittwoch an.

Besitzer älterer Modelle müssten für das nötige System-Update allerdings noch mal in die Werkstatt, hieß es. Danach seien auch diese Fahrzeuge bereit für „Over-the-air“-Updates (OTA). Die erste umfassendere Online-Aktualisierung für die Flotte sei dann für den Sommer geplant. Dazu liefen derzeit Tests an rund 3000 Geschäftswagen.

VW: Over-the-air-Updates wichtiger Meilenstein

OTA gilt als zentraler Baustein in der Neuausrichtung des Konzerns Richtung E-Mobilität. Europas größter Autobauer will bis 2025 den Anteil eigener Software-Lösungen in den Fahrzeugen auf 60 Prozent steigern. Aktuell stammen gerade zehn Prozent der Software aus dem VW-Konzern oder von Zulieferern wie Bosch oder Continental.

Um die eigene Entwicklungsschlagkraft zu erhöhen, hat der Konzern im vergangenen Jahr mit der Car.Software.Org eine eigene Einheit gegründet. Bis 2024 soll die Gruppe mit VW.OS ein eigenes Auto-Betriebssystem zur Marktreife bringen. Ziel ist bis 2025 eine Teamstärke von 10.000 Beschäftigten. Das wären rund doppelt so viele zum Jahresende 2020.

Mit der Entwicklung eigener Lösungen will Volkswagen sich vor der möglichen Abhängigkeit von IT-Riesen wie Google oder Apple schützen. Konzernchef Herbert Diess hatte zuletzt wiederholt erklärt, mittelfristig würden Autos zu „Smartphones auf vier Rädern“. Neben der Eigenentwicklung setzt der Konzern dabei aber auch verstärkt auf Kooperationen, etwa bei der Entwicklung des autonomen Fahrens. Zu den Partnern gehören dabei Konzerne wie Microsoft, Amazon oder Ford.  

VW: Updates im Quartalsrhythmus

Regelmäßige Software-Updates ermöglichen dem Konzern zudem einen engeren Kontakt mit seinen Kunden. Außerdem erhöht das Unternehmen damit seine Möglichkeit, den Eigentümern künftig verstärkt zusätzliche, kostenpflichtige Upgrades zu verkaufen.

Allerdings haben die Wolfsburger noch mit Start-Schwierigkeiten zu kämpfen. Beim ID.3 etwa mussten nach dem Marktstart im September einige Updates zu fehlenden Funktionen noch beim Händler nachinstalliert werden. Auch die Konzerntochter Porsche musste seine Power-Stromer Taycan im Herbst für ein Update in die Werkstätten bitten. Im Web sorgte das für Häme. Jetzt soll alles besser werden.

Ab Sommer will VW reguläre Programmerneuerungen im Drei-Monats-Rhythmus ausliefern. Das Angebot soll sich sowohl auf Einzelfunktionen als auch auf „tiefgreifende technische Updates“ und die Steuergeräte erstrecken. Allerdings gelten insbesondere Updates für die zentralen Steuergeräte als hoch-komplex.

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